Romanshorn: Fans vor Kebab-Hüsli verprügelt
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Romanshorn: Fans vor Kebab-Hüsli verprügelt

Der Siegesmarsch einer Gruppe von Fussball-Fans endete am Samstag abrupt vor dem Kebab-Hüsli in Romanshorn: Sie wurden
brutal verprügelt.

Mit Trikots der Schweizer Nati und Fahnen hätten sie in den Strassen von Romanshorn den Sieg über die Türkei gefeiert, erzählt Fan Dominique Oberländer (16). Der Siegeszug führte auch vor das Kebab-Hüsli, wo die Fans vorbeifahrenden, anderen Schweizer Anhängern «Hopp Schwiiz» zuriefen. Dies fassten die Gäste des Kebab-Hüsli offenbar als Provokation auf: «Eine Gruppe kam fluchend aus dem Lokal», sagt das nicht eben kampferprobte Golf-Nachwuchstalent. Nach einer Schubserei seien dann etwa vier Personen auf seinen Freund losgegangen. «Sie rissen ihn zu Boden und traten auf ihn ein», so Oberländer. Er habe schlichten wollen und sei dann auch drangekommen: «Während mich einer ins Gesicht schlug, hielten mich andere fest.» Dabei wurde er im Mund verletzt – ein Schneidezahn wird wahrscheinlich absterben. Die Schweiz-T-Shirts zu tragen sei eine Provokation, hätten die Schläger zu verstehen gegeben. Laut Oberländer stammten sie aus verschiedenen Ländern und trugen teils Türkei-Trikots.

Kapo-Sprecher Andreas Notter bestätigt den Eingang einer Anzeige wegen der Schlägerei. Einer der Täter, ein 17-jähriger Portugiese, habe sich selber gestellt, so Notter.

(feb)

Ohne Bargeld keine Nothilfe

Als die Schläger mit Dominique Oberländer fertig waren, rief dieser den Notfall-Arzt von Romanshorn an. Ob er denn 300 Franken plus 150 Franken Nachtzuschlag in bar dabeihabe, wurde er gefragt.

Er habe verneint, erzählt Oberländer, worauf der Arzt gesagt habe: «Dann komme ich nicht.» Verarztet wurde Oberländer dann vom Notfall-Zahnarzt in Arbon.

Laut Robert Meier, Präsident der thurgauischen Zahnärztegesellschaft, ist Barzahlung im Notfalldienst üblich: «Die Zahlungsmoral der Notfallkunden ist erfahrungsgemäss schlecht.»

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