Aktualisiert 22.04.2014 12:18

JugendspielfilmRomeo und Julia streifen verliebt durch Bern

Aus dem Schulzimmer vor die Kamera: Jung-Schauspieler des Gymnasiums Muristalden drehten mit Profis einen Kurzfilm – für die Fertigstellung brauchts aber noch Unterstützung.

von
Sonja Mühlemann

Rund 40 Schüler des Gymnasium Muristalden produzierten mit professioneller Unterstützung den Kurzspielfilm «Der Tag ist noch fern».

In einer bitterkalten Berner Nacht nimmt die Geschichte von Meret und Cem ihren Anfang: Die junge Frau spielt mit dem Gedanken, sich und all ihre Probleme zu ertränken, als der schüchterne Cem sie auf der Nydeggbrücke anspricht. Zusammen warten die beiden schliesslich, bis ein neuer Tag anbricht.

Diese Szene stammt aus dem Kurzspielfilm «Der Tag ist noch fern», der von rund 40 Schülern des Gymnasium Muristalden zusammen mit Filmschaffenden produziert wird.

Die Gymeler interpretieren im Kurzfilm die Geschichte von Romeo und Julia neu. Meret fällt zum sechsten Mal durch die Aufnahmeprüfung für die Schauspielschule. Beim gemeinsamen Üben des Monologs für die Rolle der Julia kommen sich Meret und Cem näher.

Die Arbeiten am Film begannen im Herbst 2013: Statt Mathematik und Geschichte stand am Gymnasium Muristalden Schauspiel und Kameraführung auf dem Stundenplan. «Die Schüler mussten richtig Gas geben», sagt Lehrerin Annlis von Steiger. In den Wochen vor dem eigentlichen Dreh wurde es richtig intensiv: «Gemeinsam mit den Schauspielern probten wir rund viermal wöchentlich», so Steiger weiter.

Grosser Zusammenhalt untereinander

Die meisten der Beteiligten betraten beim Spielfilmprojekt Neuland – so hatte etwa Koray Fidanoglu, der den schüchternen Studenten Cem verkörpert, sich noch nie zuvor als Schauspieler versucht. «Bei den Aufnahmen spürte ich die grossen Erwartungen der Leute um mich herum. Ich wollte sie nicht enttäuschen», sagt der 19-Jährige. Dies habe zwar Druck aufgebaut, dennoch habe er sich in der Gruppe getragen gefühlt. Das ganze Projekt sei eine sehr eindrückliche Erfahrung für ihn gewesen: «Besonders toll war die professionelle Arbeitsweise – für die Aufnahme auf der Nydeggbrücke etwa kam eine Helikopterkamera zum Einsatz.» Weiter habe er durch die Drehs Orte kennengelernt, an denen er sich sonst nicht aufhalte: So spielte die Ausgeh-Szene im berühmt-berüchtigten Berner Club Dead End.

Zustupf für Feinschliff nötig

Nach mehr als einem halben Jahr Arbeit, soll «Der Tag ist noch fern» nun fertiggestellt werden. Doch dafür brauchen die Schüler finanzielle Unterstützung – noch fehlen rund 2000 Franken für die technische Nachbearbeitung. Lehrerin Annlis von Steiger: «Zwar wurde das Projekt von der Erziehungsdirektion mitfinanziert, doch den Feinschliff wie Farbkorrekturen oder Tonbearbeitung müssen nun die Fachleute machen.»

Die Vorpremiere soll dann am Gymnasium Muristalden gefeiert werden. Die öffentliche Premiere ist für den 3. Mai in der Kinemathek Lichtspiel geplant.

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