Aktualisiert 11.01.2012 21:34

New HampshireRomney gewinnt zweite Vorwahl klar

Es zeichnet sich immer klarer ab, wer der Herausforderer von Amtsinhaber Barack Obama bei den US-Präsidentschaftswahlen Ende Jahr werden dürfte. Der Mann heisst Mitt Romney.

von
jam
«Good News» für Mitt: Der Favorit Romney gewinnt die Vorwahlen in New Hampshire klar.

«Good News» für Mitt: Der Favorit Romney gewinnt die Vorwahlen in New Hampshire klar.

Mitt Romney hat die zweite Runde im Kampf um die Präsidentschaftskandidatur der US-Republikaner klar gewonnen. Der frühere Gouverneur von Massachusetts geht somit gestärkt in die nächste Vorwahl in South Carolina am 21. Januar.

Sein Sieg in New Hampshire war erwartet worden. Von seinen Konkurrenten konnte sich keiner als klare Alternative zu Romney etablieren. Damit ist Romney der erste Republikaner seit 1976, der die beiden ersten Abstimmungen für sich entscheiden konnte.

Der Präsidentschaftskandidat nutzte den Sieg zu einer feurigen Rede. In dieser schoss er sich auf Präsident Barack Obama ein, den er im November das Weisse Haus abjagen will.

«Dem Präsidenten sind die Ideen ausgegangen, jetzt gehen ihm die Entschuldigungen aus», sagte er. Nun bitte er die Menschen in South Carolina, sich den Bürgern von New Hampshire anzuschliessen und «2012 zu dem Jahr zu machen, in dem seine Zeit abläuft».

Vor vier Jahren habe Obama versprochen, «die Menschen zusammenzubringen, das kaputte System in Washington zu verändern und unsere Nation zu verbessern. (...) Heute stehen wir der enttäuschenden Bilanz eines gescheiterten Präsidenten gegenüber.»

Grosser Vorsprung auf Paul

Nach dem offiziellen Endergebnis erreichte der derzeit aussichtsreichste Präsidentschaftsbewerber Mitt Romney 39 Prozent der Stimmen und lag damit deutlich vor dem Zweitplatzierten, Ron Paul, der auf 23 Prozent kam. An dritter Stelle lag John Huntsman, der ehemalige Gouverneur von Utah, mit 17 Prozent. Newt Gingrich und Rick Santorum kamen auf je neun Prozent.

Der ehemalige Präsident des Repräsentantenhauses, Newt Gingrich, und der frühere Senator Rick Santorum erreichten je neun Prozent der Stimmen. Santorum war Romney in Iowa nur knapp um acht Stimmen unterlegen, konnte von diesem guten Ergebnis in New Hampshire jedoch nicht profitieren.

Rick Perry setzt auf South Carolina

Huntsman hatte die Vorwahl in Iowa ausgelassen und die Wähler in New Hampshire stärker umworben als jeder andere Kandidat. Er liegt in den landesweiten Umfragen zurück und war dringend auf ein gutes Abschneiden in New Hampshire angewiesen, um seinen Wahlkampf fortsetzen zu können. Nach der Wahl erklärte Huntsman jedoch, im Rennen zu bleiben.

Der Gouverneur von Texas, Rick Perry, stand ebenfalls auf den Wahlzetteln, gab New Hampshire aber bereits zuvor verloren. Er erwog bereits nach seinem fünften Platz in Iowa, seine Kandidatur aufzugeben, setzt nun jedoch auf South Carolina, die erste Vorwahl in einem Südstaat.

Vorwürfe aus eigenen Reihen

Romneys Konkurrenten dürften im Vorfeld der Abstimmung von South Carolina ihre Angriffe verschärfen. Im Mittelpunkt werden Vorwürfe stehen, die sich auf Romneys Zeit bei der von ihm mitgegründeten Investmentgesellschaft Bain Capital konzentrieren, als zahlreiche Mitarbeiter der übernommenen Firmen ihre Jobs verloren.

In South Carolina mit einer Arbeitslosenquote von mehr als neun Prozent dürfte das mehr Zugkraft haben als in New Hampshire, wo die Rate bei fünf Prozent liegt. Auch haben erzkonservative Christen in South Carolina mehr Einfluss. Als Mormone ist Romney nicht ihr Wunschkandidat.

Der republikanische Präsidentschaftskandidat wird am Parteitag im August gekürt, wenn die Wahlmänner aus den Einzelstaaten offiziell ihre Stimmen vergeben. In New Hampshire wurden zwölf Stimmen vergeben, von denen Romney sieben gewann. Für die Nominierung sind mindestens 1144 Stimmen notwendig. (jam/sda/dapd)

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