Aktualisiert 07.06.2012 23:56

WahlkampfspendenRomney lässt Obama erstmals hinter sich

Mitt Romney, der republikanische Anwärter auf die Präsidentschaft, hat im Mai erstmals mehr Geld als Amtsinhaber Barack Obama gesammelt. Mehr als 76 Millionen Dollar flossen in seine Wahlkampfkasse

Mitt Romney kann im Rennen um das Weisse Haus einen Prestigesieg für sich verbuchen. Erstmals hat er seinen demokratischen Rivalen beim Spendensammeln überholt. Während Präsident Barack Obama und seine Demokraten im vergangenen Monat gut 60 Millionen Dollar einnahmen, kam Romney auf mehr als 76 Millionen. Dies teilte das Lager des Ex-Gouverneurs von Massachusetts am Donnerstag mit.

Auch wenn der Mai der bislang einträglichste Monat für Obama im Kampf um die Wiederwahl war, konnte sein Widersacher ihn bei den Spendengeldern übertrumpfen - ein weiteres Zeichen dafür, dass 2012 der teuerste Präsidentschaftswahlkampf in der US-Geschichte werden dürfte.

Mehr Spender für Obama

Romney hat seit Ende Mai die nötigen Delegiertenstimmen in der Tasche, um beim Nominierungsparteitag der Republikaner Ende August offiziell zum Kandidaten gekürt zu werden. Umfragen sagen einen knappen Ausgang der Präsidentschaftswahl am 6. November voraus.

Obama zieht den Angaben zufolge mehr Kleinspender an als Romney. Wie das Wahlkampfteam des Demokraten mitteilte, erhielt der Präsident rund 572 000 Spenden in Höhe von maximal 250 Dollar - was 98 Prozent seiner Zuwendungen entspricht. Romney erhielt dagegen im Mai die Unterstützung von 297 000 Kleinspendern, liegt dafür aber bei den grösseren Summen vorn.

«Super-PACs» fehlen in der Statistik

Die von beiden Lagern veröffentlichten Summen berücksichtigen nicht die finanzielle Feuerkraft der «Super-PACs». Diese politischen Interessengruppen sind pro forma von den Kandidaten unabhängig und müssen sich deshalb nicht an die gesetzlichen Obergrenzen bei Wahlkampfspenden halten. Die finanzstarken Organisationen greifen mit TV- und Radiospots aber aktiv in den Wahlkampf ein.

Der Oberste Gerichtshof der USA hatte in einem umstrittenen Urteil im Jahr 2010 die unbegrenzten Spenden für «Super-PACs» erlaubt und dabei auf die Meinungsfreiheit verwiesen. Obama kritisierte das Urteil scharf, weil es dem Einfluss finanzstarker Lobbygruppen Tür und Tor öffne.

Im Februar teilte er dann aber mit, seine Kampagne ebenfalls teilweise über diese Spendenvereine zu finanzieren. Experten glauben, dass Romney stärker von den «Super-PACs» profitieren wird, da reiche konservative Geldgeber Millionen in diese politischen Interessengruppen stecken. (sda)

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