Ronaldo wechselt definitiv zu Milan
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Ronaldo wechselt definitiv zu Milan

Der WM-Rekordtorschütze unterschrieb bei Milan bis Juni 2008. Die Mailänder bezahlen für den Stürmer 7,5 Millionen Euro. 2002 hatte Real an Inter Mailand für Ronaldo den sechsfachen Betrag überwiesen.


«Il Fenomeno» zurück im Calcio

Ronaldo (30) kehrt nach viereinhalb Jahren bei Real Madrid nach Italien zurück.

Von Ronaldos Rückkehr in den Calcio scheinen alle Beteiligten zu profitieren. Real erhält für einen Spieler, den es nicht mehr wollte, 7,5 Millionen Euro. Milan verpflichtete den lange gesuchten Superstar, der dem Verein als Stürmer (und als Werbe-Ikone) jenen Glanz zurückgeben soll, der im Sommer 2006 durch den Abgang von Schewtschenko (zu Chelsea) verloren gegangen war. Und Ronaldo profitiert vom Wechsel, weil er bei Milan Stammspieler sein wird und genügend Spielzeit erhält, um zu demonstrieren, dass seine Karriere noch nicht zu Ende geht und er noch immer zu den besten Stürmern der Welt gehört.

Gut ist die Rückkehr Ronaldos aber auch für das Image des italienischen Fussballs. Nachdem die Weltmeister Cannavaro und Zambrotta sowie Emerson, Thuram und Schewtschenko nach dem Calcio- Skandal die Serie A verliessen, geht nun mit Ronaldo ein anderer Superstar den umgekehrten Weg. Schon bevor der Deal perfekt war, rechnete die «Gazzetta dello Sport» vor, dass Milan als erstes Team weltweit zehn Weltmeister im Kader habe: die Italiener Pirlo, Gattuso, Nesta, Inzaghi, Gilardino und Oddo wurden 2006 Weltmeister, die Brasilianer Kaka, Cafu, Dida und eben Ronaldo schafften dies 2002.

Der «zehnte» Weltmeister wird in der Squadra der Mailänder mit offenen Armen empfangen. «Er ist nach Maradona der Beste, gegen den ich je gespielt habe. Ich träumte davon, einmal mit ihm im gleichen Team zu sein», sagte Milans Captain Maldini. Und Trainer Ancelotti meinte: «Ronaldo bringt Enthusiasmus in die Mannschaft. Für einen Trainer ist es grossartig, mit einem solchen Spieler arbeiten zu dürfen.»

Solche Wertschätzung hat Ronaldo in Madrid nicht mehr gehört, seit Capello im vergangenen Sommer das Traineramt übernommen hat. Seit Monaten sah sich Ronaldo deshalb nach einem neuen Arbeitgeber um. Schon im August war das Interesse Milans am WM- Rekordtorschützen (15 Treffer) öffentlich diskutiert worden. Damals allerdings wurden die Verhandlungen rasch abgebrochen, nachdem Reals Präsident Calderon 30 Millionen Euro Ablöse verlangt hatte.

Nun hat Real Madrid in den vergangenen Monaten den Marktwert des Ausnahmekönners, den sie in Italien seit seiner Zeit bei Milans Stadtrivalen Inter Mailand (1997 bis 2002/49 Tore) «Il Fenomeno» nennen, selbst massiv gedrückt. Schon in der Weihnachtspause liess Capello verlauten, Ronaldo gehöre nicht mehr zum Stamm der Equipe. Ronaldo hatte sich von einer Knieoperation im Sommer zwar erholt, wurde vom italienischen Trainer in dieser Saison in der Primera Division aber nur siebenmal eingesetzt (1 Tor).

Trotz dieser problematischen Schlussphase der Madrider Zeit, weist Ronaldo eine hervorragende persönliche Bilanz in der spanischen Hauptstadt auf. In viereinhalb Jahren gelangen ihm für Real in der Primera Division 83 Tore, in der Champions League war er 15mal erfolgreich. Diesen vielen Treffern fehlt indes der grosse Glanz, weil sie dem Team kaum Erfolge einbrachten. Ronaldo wurde mit Real nur einmal Meister (2003), in der Champions League scheiterte er mit den «Blancos» jeweils vorzeitig.

(si)

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