Käufer gesucht: Ronaldos Berater soll an Servette interessiert sein
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Käufer gesuchtRonaldos Berater soll an Servette interessiert sein

Zieht Servette vielleicht doch noch den Kopf aus der Schlinge? Es häufen sich die Gerüchte um potenzielle Käufer. Auch der Berater von Cristiano Ronaldo spielt dabei eine Rolle.

von
mon

Der Schweizer Fussball kommt nicht zur Ruhe: Nach dem massiven Punkteabzug für den FC Sion und dem Lichterlöschen bei Xamax hat Servette am Donnerstag die Bilanz deponiert. Damit ist der Konkurs der Genfer zwar noch nicht perfekt, aber schwer abzuwenden. Es braucht innert kürzester Zeit einen Käufer, der entweder sämtliche Schulden begleicht oder es schafft, sich mit den Gläubigern zu einigen.

Bereits kurz nach Bekanntwerden der Hiobsbotschaft machten erste Spekulationen über mögliche Retter die Runde. Es liege ein Übernahmeanbegot von glaubwürdigen und finanzstarken Interessenten vor, vermeldete das Genfer Radio «One FM». Olivier Péclard, der Anwalt von Servette und der Familie Pishyar, wollte gegenüber dem Sender keine Namen nennen. Er verriet aber, dass man sich bald trifft.

«Die Diskussionen sind schon weit fortgeschritten», so Péclard. «Einer der Gruppe ist in Genf angesehen und kennt das Fussballgeschäft. Das sind Professionelle, und sie wissen, wovon sie sprechen.» Die Kontakte würden direkt über Servette-Präsident Majid Pishyar laufen. «Wir (Servette und der Anwalt, Anm. d. Red.) verfolgen die Sache von Tag zu Tag gespannt, und sobald es eine Lösung gibt, werden wir wieder vor den Richter treten», so Péclard.

Ronaldo-Berater soll Übernahme planen

Wie konkret die Pläne sind, zeigen die Recherchen der «Neuen Luzerner Zeitung». Laut dem Blatt sprach Sportchef Costinha am Donnerstag zur Mannschaft - und versprach eine Übernahme-Wahrscheinlichkeit von 99,9 Prozent. Servette-Stürmer Karanovic liess sich zitieren: «Es ist noch nicht fertig. Wir dürfen keine Interviews geben, aber ich kann sagen: Der Verein hat uns mitgeteilt, dass jemand Servette übernimmt.»

Dieser «Jemand» ist laut der «Neuen Luzerner Zeitung» kein Unbekannter: Es soll sich um den Portugiesen Jorge Mendes handeln, den Berater von Cristiano Ronaldo und José Mourinho. Unterstüzt wird er offenbar von einem noch nicht näher bekannten Genfer Geschäftsmann. Mendes ist Inhaber der Spielervermittlungs-Agentur «Gestifute». Diese hat nebst Ronaldo und Mourinho weitere klangvolle Namen unter Vertrag: Nani, Angel Di Maria, Pepe, Thiago Silva, Fabio Coentrao, Anderson, Simao - um nur einige zu nennen. Der 47-Jährige soll in der Garderobe von Real Madrid ein und aus gehen.

Sieben Millionen für die Rettung

Der Portugiese müsste einiges an Geld mitbringen. Sieben Millionen Franken bräuchte es wohl, damit Servette die Saison beenden kann. Diese niederschmetternde Zahl nannte Pishyar-Anwalt Péclard gegenüber dem «Blick». In einer ersten Stufe würden seiner Meinung nach wohl anderthalb Millionen reichen, um vor dem Konkursrichter einen Aufschub zu erzielen. «Damit könnten die ausstehenden Löhne bezahlt werden, also zweimal die monatliche Lohnsumme von etwa 650 000 Franken sowie weitere dringende Forderungen», so Péclard.

Rettungs-Vereinigung verärgert

Bereits zweieinhalb Millionen Franken gesammelt hat seit dem 14. Februar die «Association SFC». Diese zeigte sich am Donnerstag verärgert. «Herr Warluzel und Herr Péclard (die Anwälte von Majid Pishyar, Anm. d. Red.) haben uns nicht eimal kontaktiert, bevor sie die Bilanz deponiert haben», echauffierte sich Präsident Claude Charmillot gegenüber 20 minutes online. Der ehemalige Servette-Vizepräsident konnte somit die frohe Botschaft gar nicht überbringen, dass die Vereinigung am Dienstag ihr Ziel erreicht hat, mindestens zweieinhalb Millionen Franken zu sammeln.

Doch die «Association SFC» gibt nicht auf. Sie will weiterhin den Kontakt mit Majid Pishyar suchen, damit dieser ihr seine Aktien verkauft - spätestens am Montag. Dies ist nach Auffassung von Claude Charmillot und Philippe Mortgé, dem Präsidenten und Vize-Präsidenten der Vereinigung, die einzige Möglichkeit, um den Super-Ligisten zu retten.

Der «Association SFC» kann jedermann beitreten. Für 50 Franken ist man Vereinsmitglied, ab 1000 Franken tut man wirklich etwas für Servette und ist «Aktien-Member». Es gibt Pakete für 1000, 5000 und 25 000 Franken zu kaufen. Doch auch wer weniger investieren will, ist willkommen. «Es wird eine Lösung gefunden», verspricht man auf der Website.

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