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Olympia DuellRonalds Kenins will fünf ZSC-Kumpels ärgern

Das bisherige Spiel des Lebens in seiner noch jungen Karriere: ZSC-Stürmer Ronalds Kenins (22) trifft im ersten Olympia-Spiel auf die Schweiz und damit auf fünf Teamkollegen.

von
Marcel Allemann

Seit Junioren-Zeiten lebt und spielt Kenins in der Schweiz. Deshalb spricht der Lette auch perfekt Schweizerdeutsch, ist im Besitz einer Schweizer Lizenz und belastet so das Ausländerkontingent nicht. Diesen Werdegang ermöglicht hat ihm der frühere NLA-Stürmer Harijs Witolinsch (Chur, Rappi), der ihn in die Schweiz holte. Zunächst während einer Saison 2007/2008 bei Oberthurgau, danach in der Organisation der ZSC Lions.

Bei diesen hat sich der nie aufgebende Kämpfertyp zu einem Schlüsselspieler entwickelt. Oft ist es sehr unangenehm für die gegnerischen Verteidiger, wenn der Stürmer mit den rotblonden Haaren auf dem Eis ist. Denn Kenins schont weder sich noch Gegner, sucht stets den Körperkontakt. «Aber ich spiele nie dreckig», will er festgehalten haben.

«Auf dem Eis hat man nie Freunde»

Noch freut sich Kenins darüber, mit seinen ZSC-Kumpels eine grandiose Saison zu spielen und souverän die Tabelle anzuführen. Doch schon nächste Woche wird er in eine andere Welt eintauchen und die Fronten wechseln. Dann ist Kenins Teil des lettischen Olympia-Teams und trifft mit diesem am 12. Februar auf die Schweiz mit den fünf ZSC-Kollegen Mathias Seger, Severin Blindenbacher, Roman Wick, Luca Cunti und Morris Trachsler.

«Hinsichtlich dieses Duells fallen in der Kabine natürlich ab und zu schon ein paar Sprüche», erzählt der Mann, der sich ab nächster Saison bei den Vancouver Canucks in der NHL versuchen wird, und warnt seine Kumpels vorsorglich schon mal: «Ich freue mich enorm auf dieses Spiel und werde auch in diesem meinen Job machen, unabhängig davon, ob ich dabei direkt auf Teamkollegen wie Seger oder Blindenbacher pralle. Auf dem Eis hat man nie Freunde!»

Die Schweiz als Vorbild für Lettland

Darüber, dass die Schweiz an der WM sensationell Silber holte, hat sich der Freund von Eisschnelläuferin Kaitlyn McGregor als «halber Schweizer» sehr gefreut. Und er findet, Lettland solle sich nun die Eisgenossen zum Vorbild nehmen: «Die WM hat gezeigt, was auch für eine kleinere Nation alles möglich ist. Weshalb soll nicht auch uns mal ein solcher Coup gelingen?» Es wäre für uns Schweizer jedoch ganz okay, wenn Kenins und seine Landsleute erst ab dem 13. Februar damit beginnen würden.

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