Spektakuläre Aktion: Roofer erklettert das höchste Haus der Schweiz
Aktualisiert

Spektakuläre AktionRoofer erklettert das höchste Haus der Schweiz

Einem jugendlichen Roofer ist ein spektakulärer Coup gelungen: Er hat den Roche Tower, das höchste Gebäude der Schweiz, bestiegen.

von
Nicolas Saameli
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Solche Bilder stellt der Roofer R.S. auf sein  Instagram-Profil.

Solche Bilder stellt der Roofer R.S. auf sein Instagram-Profil.

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Die Gefahren, die er dabei auf sich nehme, seien nicht so schlimm, sagt der Schüler aus Basel.

Die Gefahren, die er dabei auf sich nehme, seien nicht so schlimm, sagt der Schüler aus Basel.

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Höchstens auf den Auslegern der Krans werde es gefährlich.

Höchstens auf den Auslegern der Krans werde es gefährlich.

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Seit kurzer Zeit ragt er nun in ganzer Höhe in den Himmel. Der 187 Meter hohe Roche Tower in Basel. Während der Öffentlichkeit die Aussicht aus dem höchsten Gebäude der Schweiz aber noch für einige Zeit verwehrt bleibt, gibt es einen jungen Mann, der den Turm bereits von oben kennt: Der minderjährige Roofer R. S. Ohne Bewilligung hat er einen Kran erklettert, der an das Gebäude angemacht ist und dieses sogar noch um einige Meter überragt.

«Eigentlich bin ich nur auf diesen Kran geklettert, weil man von da aus tolle Bilder machen kann», sagt R. S. Die Gefahr, der er sich bei solchen Aktionen aussetze, kümmere ihn nicht besonders. «Die Stelle, an die ich geklettert bin, um diese Bilder zu machen, ist recht sicher – ein Kranführer klettert ja auch immer mal wieder in sein Häuschen.» Gefährlich sei es nur geworden, als er auf dem Ausleger des Krans herumgeklettert sei. «Dort kann man schnell abrutschen.»

«Das war ein unglaublich triumphierendes Gefühl»

Als er die Spitze des Turms erreicht habe, sei er vor allem müde gewesen. «200 Meter hochzuklettern, ist unglaublich anstrengend», sagt R. S. Dann habe er aber auch den starken Wind gespürt, der ihm auf dem Turm entgegengeblasen habe und die Aussicht über das nächtliche Basel genossen. «Das war ein unglaublich triumphierendes Gefühl.»

Mit seinen Eltern spreche er über seine Freizeitbeschäftigung. Begeistert seien sie davon nicht, «die Bilder, die ich mache, finden Sie aber schön». Besser komme er mit seinem Hobby bei seinen Kollegen an: «Die finden es cool, was ich mache.» Einige seien auch selber in der Roofing-Szene unterwegs.

Grossen Rückhalt habe er in den sozialen Medien. Auf seinem Instagram-Profil folgen R. S. fast 1000 Leute. Einige kommentieren seine Bilder mit Aussagen wie «Dope» oder «Boom!», vereinzelt wird der Roofer aber auch kritisiert: «Hör uf», schreibt eine junge Frau.

Roche verurteilt Kletter-Aktion

Kritik kommt auch von der Besitzerin des Turms, der Roche. «Mit so einer Aktion setzt dieser junge Mann sein Leben aufs Spiel», sagt Sprecher Karsten Kleine. Die Roche verurteile die Aktion deshalb streng. «Der Turm und die dazugehörige Baustelle sollten nur von geschultem Personal betreten werden», sagt Kleine.

In einem früheren 20-Minuten-Bericht hatte eine Roche-Sprecherin angegeben, der Turm sei zur Genüge geschützt. Ein Aufsteigen sei für Roofer nicht möglich. Klein teilt diese Meinung trotz des erfolgreichen Aufstiegs von R. S.: «Die Baustelle wird rund um die Uhr intensiv überwacht. Wir gehen davon aus, dass sie auszureichend geschützt ist.»

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