Mercedes bestätigt: Rosberg mit vertauschten Reifen zum Sieg
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Mercedes bestätigtRosberg mit vertauschten Reifen zum Sieg

Kein Fehlgriff der Boxencrew, sondern Absicht: Nico Rosbergs Hinterreifen waren beim GP von Monaco seitenverkehrt montiert. Auch andere Teams sollen den Trick schon ausprobiert haben.

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Eineinhalb Wochen nach Nico Rosbergs Triumph in Monte Carlo wurde das Geheimnis von Mercedes gelüftet: Die Hinterreifen des Deutschen wurden andersherum festgemacht. Will heissen: Der rechte Hinterreifen wurde links aufgezogen und umgekehrt. Zu erkennen ist dies auf einem von der «Hamburger Morgenpost» veröffentlichten Foto, als der Mercedes die Hafenschikane passierte. Der Schriftzug auf dem linken Hinterreifen dreht sich dabei rückwärts. Ob Rosberg die ganze Renndistanz mit den «verkehrten» Pneus zurückgelegt hat, ist nicht klar.

Es handelt sich dabei nicht um einen Patzer der Boxencrew. Mercedes bestätigt den «Trick» und spricht von einem «Leistungsvorteil». Dadurch sei mehr Grip vorhanden und der Verschleiss geringer. Das Ganze ist legal, denn im Reglement ist nicht vorgeschrieben, wie man die Reifen aufziehen muss. So überrascht es nicht, dass andere Teams die gleiche Idee hatten. Ein Mercedes-Sprecher bestätigt, dass man wie andere Teams schon seit Saisonbeginn mit den vertauschten Pneus experimentiert.

Mercedes trickst auch anderswo

In Kombination mit einer speziell entwickelten Hinterradaufhängung hängt Mercedes die Konkurrenz in Sachen Speed derzeit ab. In Barcelona sowie Monaco stand Rosberg auf der Pole. Das Getriebe wurde von den Konstrukteuren in einen speziellen Karbonrahmen eingebaut. Da die Aufhängungen wie bei anderen Teams nicht direkt am Getriebe angeschraubt sind – diese darf nur alle fünf Rennen gewechselt werden – darf Mercedes jederzeit Änderungen vornehmen. Der Karbonrahmen wird vom Reglement nicht als Teil der Aufhängung angesehen.

Es ist anzunehmen, dass Mercedes auch kommendes Wochenende in Montréal vom Karbonrahmen und vielleicht auch vom Reifentrick Gebrauch machen wird. Denn Pirelli wird erst in Silverstone den neuen Reifen liefern. Es ist anzunehmen, dass Mercedes auch dann von seiner Spezialentwicklung profitieren kann: Der Karbonrahmen gibt dem Team enorme Flexibilität, auch wenn es nur darum geht, neue Lösungen auszutesten und das Auto wieder umzubauen. So könnte sich das Team von Ross Brawn am schnellsten auf die neuen Pneus einstellen.

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