Mercedes-Duell: Rosbergs Crash mit Hamilton war Absicht
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Mercedes-DuellRosbergs Crash mit Hamilton war Absicht

Nico Rosberg und Lewis Hamilton kämpfen um den Formel-1-WM-Titel. Beim GP von Belgien in Spa knallte es bereits in der ersten Runde - mit Absicht und mit weitreichenden Folgen.

von
Oliver Fischer

Die beiden Mercedes-Piloten Rosberg und Hamilton nahmen den Formel-1-GP in Spa aus der Startreihe in Angriff, Rosberg auf Pole, Hamilton auf zwei. Bereits wenige Sekunden nach dem Start hatte sich diese Reihenfolge umgekehrt. Klar, dass Rosberg nach dem überragenden Start von Hamilton die Hierarchie so schnell wie möglich wieder herstellen wollte. Allerdings übertrieb es der Deutsche schon nach wenigen Kurven mit seinen Angriffsbemühungen. Nach einem von Hamilton abgewehrten Angriff zog Rosberg scharf nach innen und streifte mit seinem Frontflügel den linken Hinterreifen des Briten. Die Aktion brachte Hamilton einen Platten ein und nach dem nötigen Boxenstopp fand er sich ganz hinten im Feld wieder. Rosberg musste sich zwar kurz darauf einen neuen Frontflügel abholen, konnte aber in den vordersten Rennpositionen um viele WM-Punkte fahren (es wurden 18 für den 2. Rang) und so wieder Boden auf seinen Team-Konkurrenten gut machen.

Rosberg soll den Kontakt beabsichtigt haben

Rosbergs Aktion brachte verständlicherweise Hamilton in Rage und offenbar ist man beim Mercedes-Team stinksauer auf den Deutschen - trotz der guten Klassierung. Denn die sowieso schon erbitterte Rivalität zwischen den beiden Weltmeisterschafts-Kandidaten droht vollständig zu eskalieren. Nach dem Rennen mussten die zwei Streithähne zu einem Krisenmeeting antraben in dessen Verlauf Rosberg zugegeben haben soll, die Kollision bewusst gesucht zu haben. «Motorsport-total.com» zitiert ex-Weltmeister Hamilton: «Er sagte, er habe es getan, um etwas zu beweisen. Es war Absicht.» Das ganze Team sei sauer auf Rosberg.

Ricciardo könnte zum Nutzniesser werden

Wie sehr die Rivalität Mercedes schaden kann, hat allein die Tatsache gezeigt, dass der lachende Dritte in Spa der Red-Bull-Pilot Daniel Ricciardo war (aktuell auf Rang 3 der WM-Wertung). Der Australier hat auf der Vollgas-Strecke, trotz des deutlich schwächeren Motors, von der frühen Führung und freier Strecke profitieren und den Sieg einfahren können. Dass Ricciardo, der einmal mehr seinen Teamkollegen Sebastian Vettel deutlich hinter sich gelassen hat, in der WM den beiden Mercedes-Piloten noch gefährlich werden kann ist eigentlich nicht zu erwarten - ausser die beiden tragen ihre Fehde weiter auf den Rennstrecken aus und schaden sich und ihrem Team nachhaltiger...

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