Aktualisiert 14.06.2004 14:58

Rosengartenstrasse soll entlastet werden

Der Zürcher Regierungsrat muss aufzeigen, wie der Waidhaldetunnel so rasch wie möglich projektiert werden kann.

Der Kantonsrat hat am Montag ein dringliches Postulat mit 104 zu 51 Stimmen an die Regierung überwiesen.

«Warum herrscht nach 30 Jahren auf der Westtangente immer noch eine Verkehrsmisere» fragte Postulantin Carmen Walker Späh (FDP, Zürich). Mit 70 000 Autos pro Tag herrsche ein Verkehrsaufkommen, das man nur von einer Autobahn kenne und unter dem die Wohnbevölkerung massiv zu leiden habe.

Die Rosengartenstrasse bewältige den Verbindungsverkehr von Zürich Nord und West, zwei Quartieren, die der Grösse der Städte Winterthur beziehungsweise Bern entsprächen. Walker Späh erhofft sich vom Waidhaldetunnel, die Rosengartenstrasse zu entlasten. Der Tunnel soll Buchegg- und Wipkingerplatz verbinden.

«Wahnhafte Vorstellung»

SP-Sprecher Ueli Keller (Zürich) warf den Postulanten vor, «wahnhafte Tunnelvorstellungen» zu verfolgen und lehnte das Postulat ab. «Der Waidhaldetunnel wird nicht wie ein Staubsauger mit der Unordnung auf der Strasse aufräumen», sagte er. Zu befürchten sei im Gegenteil sogar noch mehr Verkehr.

Der Mitunterzeichnende Lucius Dürr (CVP, Zürich) beklagte sich, dass sich der Kantonsrat schon seit Jahren für eine Beruhigung der Rosengartenstrasse ausspreche, aber noch immer nichts passiert sei. Deshalb unterstütze die CVP das Postulat. Denn die Bedeutung des Tunnels gehe weit über die vom Lärm gebeutelten Kreise 6 und 10 hinaus.

Die SVP ist überzeugt, dass der Waidhaldetunnel die erhoffte Entlastung für die Rosengartenstrasse bringt, wie Sprecher und Mitunterzeichner Luzius Rüegg (Zürich) erklärte. Es gebe keine andere Stadt, die eine solche Verkehrslast mitten in der Stadt ertrage. EVP befürwortete das Postulat ebenfalls.

St.-Florians-Politik

Für die Grünen jedoch wird mit dem Waidhaldetunnel ein weiteres Kapitel der St.-Florians-Politik betrieben, wie Thomas Weibel (Horgen) erklärte. Die Probleme würden nur verlagert, und nach dem Bau des Tunnels seien dann andere Quartiere die Leidtragenden. Zudem blockiere das Projekt Geld, das auch anders eingesetzt werden könnte.

Monika Spring (SP, Zürich) ergänzte, dass die SP das Postulat ursprünglich habe unterstützen wollen. Aber nur unter der Bedingung, dass mit dem Tunnel die Rosengartenstrasse abklassiert und die Hardbrücke abgebrochen würde.

Regierungsrätin Dorothée Fierz (FDP) hielt fest, dass zwar alle Voten die schlechte Wohnqualität kritisierten, aber keine alternativen Lösungsvorschläge machten, die über jene des Regierunsgrats hinausgingen. Die Regierung sei aber bereit, das Postulat entgegenzunehmen. (sda)

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