Schlieren ZH: Rosenkrieg: Freispruch für Importeur
Aktualisiert

Schlieren ZHRosenkrieg: Freispruch für Importeur

Laut Anklage ist in Schlieren ein Streit eines Ex-Ehepaares auf der Engstringerbrücke eskaliert. Der wegen Tätlichkeiten beschuldigte Mann wurde nun freigesprochen.

von
Attila Szenogrady

Gemäss Statthalteramt Dietikon war es am frühen Abend, als sich am 19. Juni 2008 zwei ehemalige Ehepartner auf der Engstringerbrücke in Schlieren gegenseitig in die Haare gerieten. Dabei gewann der Schweizer Staatsangehörige arabischer Abstammung schon bald die Oberhand. Er spuckte seine Ex-Frau an und riss ihr die Halskette ab. Dann beschädigte er ihre Sonnenbrille und ihren Kopfhörer. Zum Schluss warf er die Halskette sowie einen Fingerring der Geschädigten im hohen Bogen von der Brücke auf die Bahngeleise.

Aus dem Bus gestossen

Kurz darauf bestiegen die verfeindeten Parteien den Bus nach Unterengstringen und stritten während der Fahrt weiter. Bis der Angeschuldigte seine Ex-Frau bei einer Haltestelle brüsk aus dem Bus stiess. Mit der Folge, dass sie kurz darauf die Polizei aufsuchte und ihren Ex-Mann anzeigte. Die Untersuchungsbehörden reagierten schnell. Das Statthalteramt Dietikon erliess bereits drei Monate nach dem Vorfall eine Strafverfügung.

Zuerst 1000 Franken Busse

Dabei wurde der heute 34-jährige Importeur aus Schlieren wegen Tätlichkeiten, Sachentziehung sowie Sachbeschädigung zu einer happigen Busse von 1000 Franken verurteilt. Hinzu gesellten sich eine Staats- und Schreibgebühr von weiteren 430 Franken. Der gebüsste Mann akzeptierte den Dietiker Entscheid nicht und erhob Einsprache.

Im Zweifel für den Angeklagten

Im letzten Herbst musste sich der Beschuldigte vor dem Bezirksgericht Dietikon verantworten. Er verlangte einen vollen Freispruch, warf seiner Prozessgegnerin blanke Lügen vor und ereiferte sich über die Behörden, die ihn aus rassistischen Gründen verurteilt hätten. Man habe ihm nicht geglaubt, da er Muslim sei, zeigte er sich überzeugt.

Für ihn sprach immerhin die Tatsache, dass er nachweisen konnte, dass seine Ex-Partnerin bereits früher wegen falscher Anschuldigung verurteilt wurde.

In einem kürzlich eröffneten Urteil hat das Gericht den Importeur umfassend freigesprochen. Wie der Vorsitzende Bruno Amacker bestätigte, habe die Geschädigte während der Untersuchung zu viele Unstimmigkeiten und Widersprüche zu Protokoll gegeben. Was nach dem Grundsatz im Zweifel für den Angeklagten zu einem Freispruch geführt habe. Damit geht die Frau mit allfälligen finanziellen Forderungen leer aus.

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