12.02.2015 13:42

Rendez-vous mit Kometen

Rosetta geht auf Schmusekurs mit Chury

Mit einem gewagten Sturzflug wird sich die Raumsonde Rosetta dem Kometen Chury annähern und eine Nase voll Gas und Staub nehmen.

von
jcg
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Hier setzte Philae am 12. November 2014 erstmals auf. Aufnahmen der Kometensonde Rosetta zeigen, dass der Lander tatsächlich genau am geplanten Ort landete - nur um dann gleich wieder abzuprallen. Die erste Aufnahme entstand dreieinhalb Minuten vor der Landung, die zweite eineinhalb Minuten danach. Unterhalb der Bildmitte ist auf dem zweiten Bild der von Philae aufgewirbelte Staub als dunkler Fleck zu sehen.

Hier setzte Philae am 12. November 2014 erstmals auf. Aufnahmen der Kometensonde Rosetta zeigen, dass der Lander tatsächlich genau am geplanten Ort landete - nur um dann gleich wieder abzuprallen. Die erste Aufnahme entstand dreieinhalb Minuten vor der Landung, die zweite eineinhalb Minuten danach. Unterhalb der Bildmitte ist auf dem zweiten Bild der von Philae aufgewirbelte Staub als dunkler Fleck zu sehen.

ESA
Diese Bildkombo zeigt, wo der Lander aufsetzte. Im mittleren Bild ist eine dunkle Stelle zu sehen, von der die Experten glauben, dass es sich um eine durch die Landung verursachte Staubwolke handelt. Im unteren Bild ist der mutmassliche Schatten von Philae grün markiert.

Diese Bildkombo zeigt, wo der Lander aufsetzte. Im mittleren Bild ist eine dunkle Stelle zu sehen, von der die Experten glauben, dass es sich um eine durch die Landung verursachte Staubwolke handelt. Im unteren Bild ist der mutmassliche Schatten von Philae grün markiert.

Keystone/Esa/rosetta/navcam / Handout
In der Nacht auf Samstag, 15. November 2014, ist dem «Philae-Lander» der Saft ausgegangen. Das Mini Labor darf sich nun nach getaner Arbeit ausruhen.

In der Nacht auf Samstag, 15. November 2014, ist dem «Philae-Lander» der Saft ausgegangen. Das Mini Labor darf sich nun nach getaner Arbeit ausruhen.

Einmaliges Flugmanöver für Rosetta: Bei einem Tiefflug soll die Sonde den Kometen 67P/Tschurjumow-Gerassimenko (kurz: Chury) aus nächster Nähe betrachten. Voraussichtlich in der Nacht zum Samstag wird sie nur noch 6 Kilometer von «Tschuri» entfernt sein – am Donnerstag waren es noch 140 Kilometer.

Beim Manöver soll die Sonde Regionen des Kometen untersuchen, in denen Gas und Staub austreten, teilte die europäische Weltraumagentur ESA mit. Vor drei Monaten hatte die Sonde nach zehn Jahren Flug das Mini-Labor «Philae» abgesetzt, seither umkreist sie den Kometen.

«Wir kommen nie mehr so nahe an den Kometen heran, weil sich seine Aktivität Richtung Sonne erhöht», sagte die ESA-Sprecherin Jocelyne Landeau in Darmstadt. Der Komet wärmt sich auf seiner Reise auf, sein Schweif wird grösser. Der Sonne soll Chury im August am nächsten sein – und Rosetta und Philae sind mit dabei.

Die Rosetta-Mission zählt zu den ambitioniertesten Projekten der ESA. Wissenschaftler wollen einen Blick in die Anfänge des Sonnensystems werfen, das vor 4,6 Milliarden Jahren entstand.

Das von Rosetta transportierte Mini-Labor hat wegen Strommangels allerdings Sendepause. Im Frühjahr könnte Philae aufwachen, falls die Batterie von der Sonne wieder genug Energie bekommt. «Die Chancen dafür stehen gut», sagte Manuela Braun, Sprecherin beim Deutschen Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR) in Köln.

Philae bleibt im Dunklen

Dass Philae bei dem Tiefflug von Rosetta entdeckt wird, sei ziemlich unwahrscheinlich. «Philae dürfte sich auf der anderen Seite des Kometen befinden», so Braun. Besonders nah sein soll Rosetta dem Kometen in der Nacht zum Samstag um etwa 01.00 (MEZ). «Für einen relativ kurzen Augenblick bei diesem Vorbeiflug», sagte Landeau. «Wir werden auch schon Bilder machen, bevor wir ganz nahe herangekommen sind.»

Nach diesem engsten Vorbeiflug der Sonde sind weitere ähnliche Manöver geplant – allerdings mit Abständen zwischen 15 und 100 Kilometern. Wissenschaftler gehen davon aus, dass Kometen weitgehend unveränderte Materie aus der Zeit der Entstehung des Sonnensystems enthalten. Gesucht wird auch nach Hinweisen darauf, wie Leben auf der Erde entstand.

Rosetta war am 2. März 2004 mit einer Ariane-5-Rakete von der Weltraumstation Kourou in Französisch-Guayana gestartet, mit Philae an Bord. Die Mission könnte um ein Jahr verlängert werden und dann bis Ende 2016 dauern.

(jcg/sda)

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