«Das akzeptieren wir nicht»: Rostocker Fussballer brechen Spiel wegen Neonazis ab

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«Das akzeptieren wir nicht»Rostocker Fussballer brechen Spiel wegen Neonazis ab

Bei einem Kreisliga-Spiel in Deutschland weigerten sich zwei Neonazis, das Sportgelände zu verlassen. Als Reaktion darauf entschieden sich die Rostocker für einen Abbruch.

Die Partie zwischen IFC Rostock und Schwaaner Eintracht wurde wegen zwei Neonazis abgebrochen.

Die Partie zwischen IFC Rostock und Schwaaner Eintracht wurde wegen zwei Neonazis abgebrochen.

Foto: Twitter

Darum gehts

  • Ein Kreisliga-Spiel in Deutschland musste wegen zwei Neonazis abgebrochen werden.
  • Wie ein Sprecher mitteilte, wird nun eine sportrechtliche Beurteilung des Vorfalls vorgenommen.
  • Dass die zwei Neonazis sich gerade dieses Spiel als Zielobjekt ausgesucht haben, ist kein Zufall.

Zwei Neonazis wollten sich die deutsche Kreisliga-Partie zwischen dem IFC Rostock und Schwaaner Eintracht anschauen. Doch als sie vergangenes Wochenende den Weg ins Stadion fanden, waren sie ungewollt. Wie der IFC am Dienstag auf seinem Twitterkanal mitgeteilt hat, weigerten sich die zwei Personen, die der IFC der rechtsradikalen Szene zuordnet, das Sportgelände zu verlassen.

Als Reaktion brach der IFC das Spiel kurz nach Anpfiff der zweiten Halbzeit beim Stand von 0:1 ab. «Auch aus Verantwortung vor unseren Fans akzeptieren wie keine Rassist_innen bei unseren Spielen», teilte der Verein mit. «Fröhlicher Fussball für alle und Neonazis, das passt nicht zusammen.» Der Landesfussballverband von Mecklenburg-Vorpommern bestätigte am Dienstag auf Nachfrage den Abbruch.

Zwei Neonazis in Rostock – das ist kein Zufall

Dass die zwei Neonazis sich gerade dieses Spiel als Zielobjekt ausgesucht haben, ist kein Zufall. Der IFC Rostock tritt offen linkspolitisch auf, beteiligt sich beim Christopher Street Day und unterstützt Flüchtlinge. Fussballfans, die sich rassistisch oder sexistisch äussern, schliesst der Club aus. Der IFC unter der Federführung seines Präsidenten Nils Birkners wurde vor fünf Jahren gegründet, um Menschen unabhängig von Hautfarbe, Geschlecht oder sexueller Neigungen die Möglichkeit zu bieten, Sport treiben zu können.

«Ich habe keinen Bock darauf, in einem Verein zu spielen, in dem ein Schiri oder ein Gegenspieler als schwul oder Schwuchtel beschimpft wird», begründet etwa ein Spieler beim IFC seine Vereinszugehörigkeit. Bereits 2017 eckte die politische Gesinnung des Vereins bei Rechtsextremen an, Unbekannte hatten Porzellanscherben, die mit Hakenkreuzen versehen waren, auf dem Rasen des IFC verteilt.

Wie es nun weitergeht, ist unklar. Sicher scheint: Der Besuch der zwei Neonazis hat ein Nachspiel. So wird nun, wie ein Sprecher des Vereins mitteilte, die Stellungnahme des Schiedsrichters ausgewertet und dann gemeinsam mit dem zuständigen Kreisfussballverband Warnow eine sportrechtliche Beurteilung des Vorfalls vorgenommen.

(boq, dpa)

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