Aktualisiert 15.08.2013 20:45

Aus KVA-KaminRostregen prasselt auf Picknicker nieder

Hunderte Rostteilchen regnet es auf die Josefwiese in Zürich – zum Schrecken der Anwesenden. Die Stücke waren versehentlich aus einem Kamin der nebenan liegenden Kehrricht-Verbrennungsanlage geblasen worden.

von
lüs

Gemeinsam mit Freunden und kleinen Kindern veranstaltete Leser-Reporterin Maria-Noemi Rossetto am Dienstagabend auf der Zürcher Josefswiese bei sonnigem Wetter ein Pick-nick, ein Geburtstag wurde gefeiert. Doch von einem Moment auf den anderen war die fröhliche Stimmung vorbei: «Plötzlich prasselte etwas auf uns nieder. Teilchen, von denen wir uns nicht erklären konnten, was es war, fielen auf unsere Köpfe, Haut und Kleider, in unser Essen, die Becher und auf die Decken, die wir auf der Wiese ausgelegt hatten», berichtet Rossetto. Verletzt worden sei niemand, aber es habe ein bisschen «gefitzt».

Erst hätten sie die Teilchen für Blätter gehalten, doch dafür seien sie zu schwer gewesen. Erst nach einigen Momenten realisierten die Anwesenden, worum es sich handelte und woher es kam: Ein Kamin der nebenan liegenden Kehrichtverbrennungsanlage Josefstrasse stiess Roststücke aus. «Insgesamt wurden auf die Wiese hundert oder tausende Stücke verteilt, die grössten waren zehn Zentimeter lang», sagt Rossetto. Der Rostregen kam in drei Schüben aus dem Kamin, erst dann sei der Spuk vorbei gewesen.

Entweichende Luft blies Rost aus Reservekamin

Karin Leemann, Sprecherin von Entsorgung + Recycling Zürich (ERZ), sagt, hier handle es sich um einen einmaligen Vorfall. Die Kehrrichtverbrennungsanlage sei derzeit nicht in Betrieb, sondern befinde sich in der jährlichen Revision. «Damit die Arbeiter, die in der Anlage mit Schweiss- und anderen Arbeiten beschäftigt waren, genug frische Luft hatten, wurde sie durch den einen Kamin eingezogen und durch den anderen wieder herausgelassen.»

Beim Schornstein, aus dem man die Luft habe entweichen lassen, handle es sich um einen Reservekamin, der kaum genutzt werde. «Deshalb hatte sich in seinem Innern offenbar Rost gebildet, der dann ausgetreten ist.» Den Vorfall bedaure man und entschuldige sich bei den Personen, die dies erlebt hätten. «Die Zürich Fernwärme AG nimmt diesen Vorfall ernst und wird dafür sorgen, dass so etwas nicht wieder passiert», so Leemann. Die pergamentdünnen Stücke, die noch auf der Wiese liegen, würden vom ERZ eingesammelt. Das sei auch dringend nötig, findet Maria-Noemi Rossetto: «Auf der Josefwiese halten sich ja viele Kleinkinder auf, die die Teilchen schlucken könnten.»

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