Rot im EM-Viertelfinal – Schiri gibt gegenüber Remo Freuler Fehler zu

Publiziert

Nati-Star erzähltRot im EM-Viertelfinal – Schiri gibt gegenüber Freuler Fehler zu

Im EM-Viertelfinal im vergangenen Jahr schickt Schiedsrichter Michael Oliver den Schweizer Remo Freuler nach einem Foul vom Platz. Mittlerweile hat der Engländer dem Nati-Star persönlich einen Fehler eingestanden.

von
Lucas Werder

Hier flog Remo Freuler bei der EM mit Rot vom Platz. 

SRF

Darum gehts

  • Die Schweiz trifft in der Nations League am 9. Juni auf Spanien.

  • Vor einem Jahr standen sich die beiden Teams bereits im EM-Viertelfinal gegenüber, als Remo Freuler mit Rot vom Platz flog.

  • Der 30-Jährige spricht im Rahmen des Nati-Camps in Bad Ragaz über diese Szene, die kommenden Schweizer Gegner und seiner Vertragsverlängerung in Bergamo.

Es ist der bitterste Moment in der Nati-Karriere von Remo Freuler. Im EM-Viertelfinal kommt der 30-Jährige gegen Spanien-Stürmer Gerard Moreno einen Schritt zu spät und wird von Schiedsrichter Michael Oliver mit Rot in die Garderobe geschickt. In Unterzahl kämpft sich die Schweiz zwar noch ins Penaltyschiessen, fliegt dort aber dann aus dem EM-Turnier.

Ein Jahr später kommt es nun am 9. Juni im Rahmen der Nations League in Genf zum Wiedersehen mit den Spaniern. Hat Freuler noch eine offene Rechnung zu begleichen? «Nein, ich habe damit abgeschlossen», sagt der Mittelfeldspieler während des Nati-Camps in Bad Ragaz. «Aber für mich ist die Rote Karte noch immer zu hart.»

Oliver sprach Freuler auf Szene an

Das soll mittlerweile sogar Michael Oliver so sehen, wie Freuler sagt. Anfang April traf Freuler mit Atalanta Bergamo im Viertelfinal-Hinspiel der Europa League auswärts auf RB Leipzig – und eben auch auf den englischen Schiedsrichter, der ihn an der EM vom Platz stellte.

«Er ist nach dem Spiel zu mir gekommen und hat mich gefragt, ob ich mich an die Szene erinnern könne», erzählt Freuler. Nach der EM hätten die Schiedsrichter sämtliche Spiele analysiert. «Sie sind zum Schluss gekommen, dass ein solches Foul in der Gruppenphase Rot sei. Aber in einem so wichtigen Spiel wie einem EM-Viertelfinal müsste es Gelb sein», berichtet der Nati-Star.

1 / 5
Im EM-Viertelfinal gegen Spanien zückt Schiedsrichter Michael Oliver in der 77. Minute Rot.

Im EM-Viertelfinal gegen Spanien zückt Schiedsrichter Michael Oliver in der 77. Minute Rot.

Claudio Thoma/freshfocus
Die Nati scheitert in der Folge im Penaltyschiessen und verpasst den EM-Halbfinal.

Die Nati scheitert in der Folge im Penaltyschiessen und verpasst den EM-Halbfinal.

Claudio Thoma/freshfocus
«Wir wollen in der Liga A bleiben», sagt Remo Freuler über die anstehenden Spiele in der Nations League.

«Wir wollen in der Liga A bleiben», sagt Remo Freuler über die anstehenden Spiele in der Nations League.

freshfocus

«Tschechien ist auf Augenhöhe»

Bevor es nun aber zum erneuten Aufeinandertreffen mit Spanien kommt, warten zwei schwierige Auswärtsspiele. Zunächst in Prag gegen Tschechien, dann in Lissabon gegen Portugal. «Für uns ist es sicher gut, dass wir in der Liga A gegen solch starke Gegner spielen können», meint Freuler.  «Unser Ziel ist es, in dieser Liga zu bleiben.»

Dazu muss die Schweiz wohl vor allem die Tschechen hinter sich lassen, Freuler warnt aber vor dem EM-Viertelfinalisten: «Das Spiel am Donnerstag wird ein Duell auf Augenhöhe, Details werden entscheiden.» Zeit, um viele Sachen auszuprobieren, hätte die Nati in den anstehenden vier Nations-League-Partien darum nicht wirklich.

Neuer Vertrag bei Atalanta

Auf Clubebene blickt Freuler auf eine durchwachsene Saisonhälfte zurück. Nach der erfolgreichsten Hinrunde der Vereinsgeschichte, steckte bei Atalanta Bergamo im neuen Jahr der Wurm drin. Am Ende schaute nur der achte Platz heraus, «eine Enttäuschung», wie auch Freuler zugibt.

«In der kommenden Saison wollen wir wieder vorne angreifen», sagt der Mittelfeldspieler, der erst vor wenigen Tagen seinen Vertrag in der Lombardei bis 2025 verlängert hat. «Das Ziel sind die ersten vier bis sechs Plätze.» Ein Wechsel in eine andere Liga sei darum für ihn aktuell kein Thema, sagt Freuler. «Würde ich mich in Bergamo nicht wohlfühlen, hätte ich meinen Vertrag nicht verlängert.» 

Deine Meinung

19 Kommentare