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Rot-Kreuz-Konvoi erreicht erstmals Falludscha

Erstmals seit Beginn der US-Grossoffensive in Falludscha vor zwei Wochen hat ein Konvoi des irakischen Roten Halbmonds Lebensmittel und Medikamente in die umkämpfte Stadt bringen können.

Aus Sicherheitsgründen mussten die Mitarbeiter der Hilfsorganisation dann aber umkehren, ohne dass sie den Menschen in Falludscha direkt helfen konnten, wie ein Sprecher des Internationalen Komitees vom Roten Kreuz (IKRK), Ahmed Rawi, am Dienstag in Genf mitteilte. Er warte immer noch auf den genauen Lagebericht.

Der Konvoi hatte Falludscha am Montag erreicht. Ein IKRK-Sprecher in Bagdad sagte, der Konvoi habe aus Krankenwagen und Lastwagen mit Decken, Trinkwasser und Erste-Hilfe-Material bestanden. Die Behörden hätten dem Roten Halbmond mitgeteilt, es sei nicht sicher, länger als einen Tag in Falludscha zu bleiben. Wie Rawi sagte, wollte der Konvoi die El-Rudha-Mohammediah-Moschee in der Stadt erreichen, wo vermutlich zahlreiche Menschen auf Hilfe warten. Dies sei aber nicht möglich gewesen.

Vor einer Woche wurde ein Konvoi des Roten Halbmonds aus Sicherheitsgründen vor den Toren von Falludscha abgewiesen. Die US-Truppen haben die Stadt inzwischen nach eigenen Angaben ganz unter Kontrolle. Sie räumen aber ein, dass es immer wieder zu Gefechten mit versprengten Gruppen von Aufständischen kommt.

Unterdessen wurde am Dienstag zum zweiten Mal innerhalb von 24 Stunden ein sunnitischer Geistlicher im Irak Opfer eines Anschlags. Maskierte Männer eröffneten das Feuer auf Scheich Ghalib Ali al Suhairi, als dieser nach dem Morgengebet eine Moschee in Mukdadija verliess. Al Suhairi war Mitglied der einflussreichen Vereinigung Muslimischer Geistlicher, die mit einem Boykott der im Januar geplanten Wahlen droht. Zunächst war unklar, ob es eine Verbindung zu dem Mordanschlag in Mossul gab, dem am Montag Scheik Faidh Mohamed Amin al Faidhi zum Opfer fiel. Auch er gehörte der Vereinigung Muslimischer Geistlicher an.

In einem für Inlandsflüge vorgesehenen Flugzeug wurde am Montag nach US-Angaben ein Sprengsatz entdeckt. Auf dem Bagdader Flughafen wurden daraufhin die Sicherheitsmassnahmen erhöht, wie die US-Botschaft mitteilte. Aus der Mitteilung ging nicht hervor, ob das Flugzeug mit dem Sprengsatz eingetroffen war oder gerade starten sollte. Die US-Botschaft forderte amerikanische Bürger auf, ihre Reisepläne zu überprüfen und «zu entscheiden, ob Flüge mit kommerziellen Gesellschaften im Irak zurzeit notwendig sind».

In Basra wurde am Montag ein früheres ranghohes Mitglied der Baath-Partei erschossen. Nach Angaben eines Polizeisprechers war der Täter als Polizist verkleidet. Er eröffnete das Feuer auf Mohammed al Hakim, als dieser die Apotheke verliess, die er leitete. Al Hakim war früher auch Dekan der pharmazeutischen Fakultät der Universität Basra. Bei einem weiteren Überfall wurde ein Polizist erschossen. (dapd)

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