Rot-Kreuz-Schiff mit Hilfsgütern kann Tyrus nicht anlaufen
Aktualisiert

Rot-Kreuz-Schiff mit Hilfsgütern kann Tyrus nicht anlaufen

Ein Hilfsgüter-Schiff des Internationalen Komittees vom Roten Kreuz (IKRK) hat heute die südlibanesische Hafenstadt Tyrus wegen der andauernden Feindseligkeiten nicht anlaufen können.

Das Schiff musste ins weiter nördlich gelegene Sidon umgeleitet werden.

Eine Sprecherin der Organisation sagte der Nachrichtenagentur dpa in Genf, nach Informationen örtlicher Mitarbeiter sei auch die Zugangsstrasse nach Tyrus schwer beschädigt und unpassierbar.

IKRK-Präsident Jakob Kellenberger traf am Montag in Beirut zu Gesprächen über die humanitäre Lage ein. Zusammenkommen wird er mit dem libanesischen Präsidenten Emile Lahoud, Premierminister Fouad Siniora und Parlamentspräsident Nabih Berri, wie das IKRK ankündigte.

Die Sprecherin äusserte tiefe Besorgnis über die Lage der Zivilbevölkerung im Südlibanon. Seit drei Tagen hätten Hilfsorganisationen keinen Zugang mehr zu der Region.

Die Menschen in den Dörfern versteckten sich in den Kellern. Sie seien dringend auf Hilfsgüter und Treibstoff angewiesen: «Treibstoff ist unerlässlich, um die Wasserpumpen in Betrieb zu halten.»

Die Operation in Libanon ist zurzeit die zweitgrösste des IKRK nach derjenigen im Sudan. Ziel sei es, in den kommenden Monaten 200 000 Libanesen mit Nahrungsmitteln und Gütern des täglichen Bedarfs zu versorgen.

1,2 Millionen Menschen sollten Zugang zu Trinkwasser erhalten, 200 000 sollen mit Nahrung und Hilfsmitteln versehen werden und 650 000 medizinische Versorgung erhalten. (sda)

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