Rotationsprinzip soll Fluglärm verteilen
Aktualisiert

Rotationsprinzip soll Fluglärm verteilen

Der Flughafen-Schutzverband schlägt im Lärmstreit um den Flughafen Zürich ein Rotationsprinzip vor, das jeder Region abwechslungsweise eine Ruhephase bescheren soll.

Der Wechsel ist im Wochen-, Monats- oder Vierteljahresrhythmus möglich, wie Peter Staub, Präsident des Schutzverbands der Bevölkerung um den Flughafen Zürich (sbfz), am Montag in Opfikon ZH erklärte.

In der Folge hätte jede Region - Ost, Süd, West und Nord - während einer Periode Ruhe. In dieser Zeit würden laut Staub die Starts und Landungen über die drei verbleibenden Himmelsrichtungen abgewickelt werden.

Durch diese Verteilung würden der Norden und der Westen des Flughafens Zürich zusammen zwei Drittel, der Süden und der Osten ein Drittel der Flugbewegungen erhalten. Die Aufteilung sei auf Grund des Pistensystems nicht anders möglich, sagte Staub weiter.

Einige Gebiete hätten mit dem Rotationssystem mehr Lärm zu ertragen als bisher. Besonders der Osten müsste eine starke Zunahme an Landungen und eine leichte Zunhame an Starts hinnehmen.

«Fliegbar»

Die Fliegbarkeit der An- und Abflugregime während der einzelnen Rotationsphasen sei eingehend untersucht worden, hielt Staub fest. Sicherheitsnormen seien ebenso abgeklärt worden wie topografische Hindernisse. Die deutsche Verordnung sei ebenfalls berücksichtigt worden.

Das Rotationssystem sei als Alternative zum Projekt Relief der Zürcher Regierung gedacht, gemäss dem vor allem über Norden und Osten angeflogen werden soll.

Die Regierungen der Kantone Zürich, Thurgau, Schaffhausen und Aargau sowie die Flughafenbetreiberin Unique sind laut Staub über den Projektvorschlag informiert worden. Nicht einbezogen worden ist bislang die Flugsicherung Skyguide.

Projekt entgegengenommen

Das Bundesamt für Zivilluftfahrt (BAZL) habe das Projekt offiziell entgegengenommen, sagte Staub. Das Vorhaben wird in den Sachplan Infrastruktur Luftfahrt einfliessen.

Der Schutzverband vertritt 73 Gemeinden aus den Kantonen Zürich und Aargau. Er fordert maximal 320 000 Flugbewegungen pro Jahr und eine Nachtruhe zwischen 22 und 7 Uhr. Änderungen am Pistensystem hält der Schutzverband für nicht zulässig.

(sda)

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