Sprayer-Treffen: Rote Fabrik soll wieder bunter werden
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Sprayer-TreffenRote Fabrik soll wieder bunter werden

Jetzt steht fest: Die Wände der Roten Fabrik bleiben nicht mehr lange weiss. An einem Sprayer-Treffen werden sich im Juli Graffiti-Profis aus aller Welt dort verewigen.

von
Raffaela Moresi

Meeting of Styles heisst der Mega-Event, der Ende Juli erstmals nach Zürich kommt und der Roten Fabrik in Wollishofen neue Farbe verleihen wird: 45 Graffiti-Profis aus dem In- und Ausland zeigen während drei Tagen am Sprayerfestival ihr Können. Derzeit präsentieren sich die Wände des Kulturzentrums nackt – Unbekannte hatten an Ostern aus Protest Teile des Gebäudes weiss überstrichen.

Mit der Eintönigkeit ist bald Schluss: Unter dem Motto «Beyond Materialism» werden die Sprayer gemeinsam wirken. «Die Rote Fabrik erhält wieder ein einheitliches Gesicht», sagt Maaret Mayr von Meeting of Styles Switzerland. Bevor die Künstler zu den Spraydosen greifen, müssen allerdings die Wände des Zentrums rot grundiert werden. Ob dafür der Verein oder die Stadt als Eigentümerin der Fabrik aufkommt, sei unklar. Mayr: «Die Verhandlungen laufen.»

Priska Rast von der städtischen Fachstelle Graffiti befürwortet den Anlass: «Es wird alles mit Stadt und Polizei abgesprochen.» Dass der farbenfrohe Event im mittlerweile weissen Kulturzentrum stattfindet, hat laut Rast mit der Protestaktion von letztem Monat nichts zu tun: «Schon seit März ist klar, dass das Festival in der Fabrik durchgeführt wird.»

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Workshops für Graffiti

Am Festival sollen nicht nur Profis sprayen: Für Kids gibt es unter anderem spezielle Graffiti-Workshops. Eine stumpfsinnige Idee, findet SVP-Gemeinderat Mauro Tuena. «Danach ziehen diese Leute durch Zürich, um das Gelernte zu praktizieren.» Er fordert, dass die Stadt als Eigentümerin der Roten Fab­rik den Anlass unterbindet. Die städtische Graffiti-Beauftragte Priska Rast wiegelt ab: «An solchen Workshops nehmen nur Personen teil, die gestalterisch wirken wollen – ganz sicher keine Sprayer von Tags.» Zudem werde ein Thema umso reizvoller, je mehr man es in die Illegalität dränge.

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