Berner SP: Rote Karte für Hooligan-Konkordat
Aktualisiert

Berner SPRote Karte für Hooligan-Konkordat

Die SP des Kantons Bern hat sich an ihrem Parteitag gegen das verschärfte Hooligan-Kokordat ausgesprochen. Die Massnahmen seien zu repressiv.

Der Berner SP gehen die Massnahmen, die das verschärfte Hooligan-Konkordat vorsieht, zu weit.

Der Berner SP gehen die Massnahmen, die das verschärfte Hooligan-Konkordat vorsieht, zu weit.

Aus Sorge um die Grundrechte, eingeschränkt würden, ist die Berner SP gegen die Verschärfung des Hooligan-Konkordats. Das haben die Genossen an ihrem Parteitag entschieden.

Die vorgeschlagenen Massnahmen atmeten den Geist der Repression, kritisierte SP- Nationalrätin Margret Kiener Nellen. Die Massnahmen brächten eine Staatsüberwachung für Matchbesucher, doppelte SP-Mitglied Nora Krummen aus Bern nach. Das staatliche Gewaltmonopol dürfe nicht hin zu privaten Sicherheitsfirmen verlagert werden. Damit werde der Willkür Tür und Tor geöffnet.

Die Gewalt an Sportanlässen habe in den letzten Jahren abgenommen, betonte Christian Bösch von der SP-Sektion Bern Nord . Mit der Verschärfung des Konkordats gerieten alle Matchbesucher schon auf Vorrat unter Verdacht.

Die Verschärfung sei ein Wahlkampfinstrument von FDP-Regierungsrat Hans-Jürg Käser. Ob die SP wenige Monate vor den nächsten kantonalen Wahlen tatsächlich für Käser Wahlkampf betreiben wolle, fragte Parteikollege Michael Suter.

«Es ist kein Grundrecht, pöbelnd, pyrozündend und besoffen zum Stadion zu ziehen, konterte der Thuner SP-Gemeinderat Peter Siegenthaler, seines Zeichens städtischer Sicherheitsdirektor. Die Verschärfung des bestehenden Konkordats sei letztlich nichts anderes als das Resultat der Verweigerungshaltung von Verbänden, Ligen und Vereinen, Lösungen zu finden, betonte Siegenthaler.

Die Parteibasis vermochte Siegenthaler mit seinem Votum nicht zu überzeugen. Mit 58 zu 85 Stimmen sagten die Berner Genossen Nein zum verschärften Konkordat.

Referendum dürfte zustande kommen

Der bernische Grosse Rat hatte im März der Verschärfung zugestimmt. Gegen diesen Beschluss wurde das Referendum ergriffen. Die Sammelfrist läuft noch bis Mitte Juli. Das Referendumskomitee teilte vor einigen Tagen mit, es habe mehr als die nötigen 10'000 Signaturen bereits beisammen und reiche sie zur Überprüfung ein. Wird die nötige Unterschriftenzahl offiziell bestätigt, kommt die Konkordatsverschärfung im Kanton Bern vors Volk.

Bewilligungspflicht und Auflagen

Die schärferen Massnahmen sehen eine Bewilligungspflicht für Spiel der obersten Liga vor. Durch die Bewilligungspflicht erhalten die Gemeinden die Möglichkeit, für Risikospiele Auflagen zu erlassen. Solche Auflagen können zum Beispiel ein Alkoholverbot im Stadion sein oder die Beschränkung der Stehplätze.

Bei den Zutrittskontrollen sollen künftig private Sicherheitsidenste die Matchbesucher auch ohne Verdacht nach verbotenen Gegeständen abtasten dürfen. Neu sollen auch Tätlichkeiten und die Hinderung von Amtshandlungen als gewalttätiges Verhalten zählen und mit einem Rayonverbot belegt werden können. (sda)

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