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Rote Köpfe wegen «Nazi»-Bettwäsche

Eine Bettwäsche-Kollektion mit der Bezeichnung «Nazi» hat bei der jüdischen Gemeinde in Indien für Empörung gesorgt. Der Importeur stellt sich stur - und löst das «Nazi»-Rätsel verblüffend einfach.

Der Vorsitzende der Indischen Jüdischen Vereinigung, Jonathan Solomon, sprach am Sonntag von einer «ungeheuerlichen Beleidigung der Juden und aller vernünftigen Menschen». Man werde bei den Behörden und vor Gericht gegen das Unternehmen vorgehen, kündigten verschiedene Gruppen an.

Die Kollektion wird noch nicht verkauft, in einem Einkaufszentrum in Mumbai wurden nach Angaben der Zeitung «Times of India» aber Prospekte davon verteilt. Das Unternehmen erklärte dem Blatt zufolge, «Nazi» sei lediglich eine Abkürzung für «New Arrival Zone for India» und nicht antisemitisch gemeint. «Es kümmert mich nicht, wer sich deswegen schlecht fühlt», wurde Unternehmer Kapil Kumar Todi zitiert.

Nach Medienberichten wird die «Nazi»-Kollektion offenbar auch mit Hakenkreuzen beworben, das in Indien aber ein häufiges Symbol ist und nicht mit Rechtsextremismus in Verbindung gebracht wird. In Indien leben ungefähr 5500 Juden - neben 1,1 Milliarden Hindus. (dapd)

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