Aktualisiert 02.11.2011 21:00

Sieben Jahre später

Rote Köpfe wegen Stelleninserat

Nur Schweizer in dritter Generation erwünscht: Eine Stellenanzeige, die vor sieben Jahren erschienen ist, sorgt dank Facebook für Aufregung.

von
Ilda Özalp
Albin Odermatt und seine Frau Ruth haben mit diesem Inserat einen Schreiner gesucht.

Albin Odermatt und seine Frau Ruth haben mit diesem Inserat einen Schreiner gesucht.

«Wir suchen einen selbstständigen Schreiner oder Handwerker ... Es sollten sich nur Leute melden, wo bereits der Grossvater einen Schweizer Pass besass», so heisst es im holprig formulierten Stelleninserat einer Niederwiler Firma für Landwirtschafts- und Baubedarf. Die Anzeige wurde zwar vor sieben Jahren geschaltet, seit neustem kursiert sie aber auf Facebook und erhitzt die Gemüter. «Wir haben das Inserat so formuliert, dass wir keine Bewerbungen von Arbeitslosen erhalten, die nur einen Stempel für das RAV brauchen», sagt Geschäftsführer Albin Odermatt zu 20 Minuten. Erfolgreich war die Suchaktion allemal: Drei Handwerker mit Schweizer Wurzeln bewarben sich, einen davon stellten Albin Odermatt und seine Frau Ruth ein.

In den letzten Wochen haben die Odermatts nun Anrufe von Leuten erhalten, die sich zum Inserat äussern. «Die meisten Reaktionen sind positiv», sagt der Geschäftsführer. Für Kathrin Buchmann von der Eidgenössischen Kommission gegen Rassismus ist das Inserat «nicht akzeptabel». Stelleninserate seien aber nur ein Teil des Hauptproblems: der Diskriminierung auf dem Arbeitsmarkt. Zwei Anfragen hat der Bund kürzlich wegen des besagten Inserats erhalten. Beide Anfragesteller wollten Informationen über die rechtlichen Möglichkeiten, um gegen solche Inserate bzw. deren Urheber vorzugehen. Fachleute halten die Erfolgsaussichten aber für sehr gering.

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