Stadt Zürich: «Rote Null» statt 200-Millionen-Franken-Loch
Aktualisiert

Stadt Zürich«Rote Null» statt 200-Millionen-Franken-Loch

Die Stadt Zürich schliesst die Jahresrechnung 2009 praktisch ausgeglichen mit einem Mini-Defizit von 6 Millionen Franken ab. Gerechnet wurde mit einem Minus von 216 Millionen.

Die Aufwendungen beliefen sich auf insgesamt 7,948 Milliarden Franken, die Erträge auf 7,942 Milliarden. Das deutlich bessere Abschneiden als erwartet ist eine Folge guter Steuererträge, einer konsequenten Budgetdisziplin in der Verwaltung und kaum veränderter Fallzahlen in der Sozialhilfe.

Insgesamt flossen 2,32 Milliarden Steuerfranken in die Stadtkasse, 26,5 Mio mehr als budgetiert. Damit habe man einen «Podestplatz in diesem Jahrzehnt» erreicht, sagte Vollenwyder: Nach 2002 und 2007 war 2009 das drittbeste Steuerjahr.

Nachdem im Jahr 2008 der Anteil der juristischen Personen am Gesamtsteuerertrag von über 40% auf 27,2% gefallen war, konnte im Berichtsjahr 2009 immerhin eine Stabilisierung (28,5%) verzeichnet werden. Im laufenden Jahr ist nun nochmals eine Verschlechterung (auf 23,3%) budgetiert.

Generell, so Vollenwyder, zahlen rund 200 der über 20'000 Firmen «das städtische Steuersubstrat». Die übrigen seien aber «matchentscheidend» in Sachen Arbeitsplätze - die wiederum Steuern der natürlichen Personen generieren.

Disziplinierte Verwaltung

Auf der Aufwandseite fällt jeweils der Personalaufwand stark ins Gewicht. Der Finanzvorstand betonte die Budgetdisziplin in den Departementen. Der Personalaufwand in der Verwaltung blieb denn auch mit 1,930 Milliarden Franken um 61,6 Mio unter dem Budget, der Sachaufwand mit 860,6 Mio um 50,1 Mio.

Mit Nettoinvestitionen von 848 Mio Franken lag die Stadt bewusst über dem Niveau der letzten Jahre. «Die Stadt ist sehr tätig», sagte Vollenwyder. Vor allem im Hoch- und Tiefbau investiere sie kräftig - wie übrigens auch Private. «Sehr, sehr gut» sei der Selbstfinanzierungsgrad von 98,5%.

Das Eigenkapital, das 2007 annähernd eine Milliarde Franken betrug, schrumpfte aufgrund der Defizite seither auf 776 Millionen Franken. Es wird auch in diesem und im nächsten Jahr weiter zurückgehen.

Insgesamt blicke er «gedämpft optimistisch» in die Zukunft. Die Konjunktur erhole sich etwas schneller als erwartet, die Zahl der Sozialhilfefälle sei nicht am Zunehmen. Noch nicht klar sei, welche Auswirkungen das Sanierungspaket des Kantons auf die Stadt haben werde.

Ab 2012 könne man wieder mit Steuererträgen der Banken rechnen. Sein «ehrgeiziges aber realistisches Ziel» sei es, 2012 ein ausgeglichenes Budget vorzulegen. Ab 2013/14 könne man dann «langsam an Überschüsse denken» und so das Eigenkapital wieder stärken.

(sda)

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