Ostschweiz: Rothirsche mit Peilsendern unterwegs
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OstschweizRothirsche mit Peilsendern unterwegs

Zuerst wurden Rothirsche mit Fallen und Narkosegewehren gejagt, dann mit GPS-Sendern wieder freigelassen. Nun sind die Erkenntnisse der gesammelten Bewegungsdaten da.

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Das interkantonale Forschungsprojekt «Rothirsch in der Ostschweiz» 2014 bis 2017 brachte wertvolle Erkenntnisse zum Verhalten der Wildtiere. Das Bild zeigt eine Rothirschfangaktion im Kanton AI.

Das interkantonale Forschungsprojekt «Rothirsch in der Ostschweiz» 2014 bis 2017 brachte wertvolle Erkenntnisse zum Verhalten der Wildtiere. Das Bild zeigt eine Rothirschfangaktion im Kanton AI.

zvg
Die Tiere wurden mit Fallen und Narkosegewehren gejagt...

Die Tiere wurden mit Fallen und Narkosegewehren gejagt...

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... und dann mit GPS-Sendern wieder freigelassen.

... und dann mit GPS-Sendern wieder freigelassen.

Markus P. Stähli

In der Ostschweiz sind die Rothirsch-Bestände in den letzten Jahren stark angestiegen. So konnten in der Region Werdenberg zeitweise Rudel von bis zu 100 Stück beobachtet werden, die morgens und abends die Hauptstrasse zwischen Gams und Grabs überquerten und dabei den Strassenverkehr stoppten. Bilder davon kursierten in den sozialen Medien.

Hirsche

Ein Rotwild-Rudel überquert die Strasse zwischen Grabs und Gams, um nach der Essenssuche wieder in die höher gelegenen Wälder zurückzukehren. (Video: Nadine Eggenberger)

Eine Zunahme wurde auch in Ausser- und Innerrhoden beobachtet. Wegen der sich abzeichnenden Nutzungskonflikte zwischen Wild und Umwelt ist nun in einem kantonsübergreifenden Forschungsprojekt das Verhalten der Population untersucht worden. Die Tiere kümmerten sich nicht um politische Grenzen, heisst es in dem am Dienstag veröffentlichten Schlussbericht.

Narkosegewehre eingesetzt

Zu den Zielen der Studie gehören Aussagen über das Verhalten: Wie lange bleiben sie an einem Ort? In welchem Umkreis bewegen sie sich? Dafür wurden einzelne Rothirsche mit GPS-Sendern versehen, die die Positionen via SMS weitermeldeten. Dafür mussten die Tiere allerdings zuerst eingefangen werden.

In unzähligen Nachtaktionen sei es der kantonalen Wildhut sowie freiwilligen Helfern gelungen, 46 Rothirsche mit Telemetrie-Halsbändern auszustatten, heisst es im Bericht. Eingesetzt wurden unter anderem Narkosegewehre und präparierte Pfeile. 16 Tiere mussten eine Pansensonde zur Messung von Herzschlagrate und Körpertemperatur schlucken, die danach im Magen verblieb.

Kaum überregionale Wanderungen

Ausgewertet wurden danach unter anderem 450'000 GPS-Positionsmeldungen. Sie zeigen, dass ein grosser Teil der Rothirsche im Werdenberg auch über den Sommer im Gebiet blieb, sich dabei lediglich in höhere Lagen verschob.

Auch in anderen Regionen zeigten die Tiere «keine ausgeprägten Wandertendenzen», heisst es im Bericht. Überregionale Bewegungen hätten damit kaum stattgefunden.

Neue Erkenntnisse gab es auch zur Reaktion des Wilds auf Jäger oder Pilzsammler. Die Rothirsche verfolgen dabei unterschiedliche Strategien: Einige der Tiere verharren trotz Störung in der Deckung und verlassen das Gebiet erst nach Einbruch der Dunkelheit. Andere reagieren mit Flucht.

Das Verhalten der Rothirsche während den «Drückjagden» zeige, wie schwierig es sei, «Rothirsche ohne Stöberhunde an einem Jagdtag in Bewegung zu bringen», heisst es bei den Schlussfolgerungen. Es seien deshalb angepasste Jagdstrategien gefragt, wenn lokal Rothirschbestände reduziert werden müssten. (sda)

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