Aktualisiert 18.09.2014 15:30

Kein Nachwuchs

Rotkreuz verliert seine Fasnacht

2015 findet keine Fasnacht statt: Die Fasnachtsgesellschaft Rotkreuz verlor stetig Mitglieder und zog nun die Reissleine. Auch anderswo wird um den Brauch gekämpft.

von
cza
Bilder des Fasnachts-Umzugs von Rotkreuz gehören der Vergangenheit an.

Bilder des Fasnachts-Umzugs von Rotkreuz gehören der Vergangenheit an.

Seit fast 30 Jahren gibt es die Fasnacht in Rotkreuz mit der Fasi-Eröffnung, der Senioren- und Chnöpfli-Fasi, der Fasi-Dekoration im Dorf und dem grossen Umzug am Sonntag als Höhepunkt. 2015 ist Schluss damit. Grund: Mit nur noch 15 Mitgliedern sei es der Fasnachtsgesellschaft nicht mehr möglich, die Fasnacht durchzuführen. «Nachdem drei Vorstandsmitglieder nach langjähriger Arbeit zurückgetreten sind wollten wir frühzeitig die Reissleine ziehen», sagt Guido Heinrich, Präsident der Fasnachtsgesellschaft Rotkreuz. «Wir sind nicht mehr in der Lage, eine qualitativ hochstehende Fasnacht zu organisieren.» Die grosse Arbeit der immer gleichen Leute «hat uns müde gemacht», teilte der Verein mit. In den letzten Jahren habe man immer wieder vergeblich neue Mitglieder für die Fasnachtsgesellschaft gesucht.

Im November soll nun die Fasnachtsgesellschaft aufgelöst werden: «Vielleicht sind solche Vereine auch nicht mehr zeitgemäss», so Heinrich. Obwohl Rotkreuz mittlerweile 10'000 Einwohner zählt, nehmen laut Heinrich am Vereinsleben seit 15 Jahren immer etwa dieselben Leute teil: «Es ist auch verständlich, dass viele Zuzüger ihren Kontakt zur Herkunftsgegend beibehalten», sagt Heinrich. Er sieht das Ende der bisherigen Fasnacht aber auch als Chance für die nächste Generation: «So kann möglicherweise eine Fasnacht in einer anderen Form entstehen.»

Ähnliche Probleme in Root und Emmen

Die Luzerner Gemeinde Root führt seit über 30 Jahren die Fasnacht durch. Die Situation von Rotkreuz ist in Root nicht unbekannt: «Es läuft bei uns im Allgemeinen ähnlich. Aber wir werden die Fasnacht in den nächsten Jahren weiterhin durchführen», sagt Eugen Ruckli, Präsident der Rooter Fasnacht. Noch zähle das OK der Fasnacht 15 Mitglieder - man sei auf freiwillige Helfer angewiesen. «Die Suche nach Helfern ist nicht immer einfach», so Ruckli.

Auch in Emmen herrscht nicht nur eitel Sonnenschein an der Fasnacht: Erst vor zwei Jahren löste sich die Guuggenmusig «Sprängiwörger» auf - weil es an Nachwuchs fehlte. Zudem wurde es in den vergangenen Jahren für die Emmer Fasnacht mit den Finanzen «knapp», wie Rolf Sigrist vom Fasnachtskomitee sagt. Dem Komitee gehören 20 Personen an: «Wir wären froh um mehr Mitglieder», meint Präsident Rolf Sigrist. Dass die jungen Leute in den Gemeinden kein Interesse an der Fasnacht haben, glaubt er aber nicht. In Emmen findet die Fasnacht 2015 jedenfalls statt.

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