Hundeattacke: Rottweiler verletzt Vierjährigen schwer
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HundeattackeRottweiler verletzt Vierjährigen schwer

Ein Rottweiler hat am Sonntagnachmittag in Schaffhausen einen vierjährigen Jungen angefallen und schwer verletzt. Der Knabe wurde mit Kopfverletzungen ins Spital eingeliefert. Der Hund wurde von der Polizei beschlagnahmt.

Das Unglück ereignete sich gegen 17 Uhr auf dem Majorenacker, wie die Kantonspolizei am Montag mitteilte. Der Vater des Jungen wollte mit seinen drei Kindern im Alter von 19, 10 und 4 Jahren auf der Wiese grillen. Auf einer benachbarten Wiese spielte eine 55-jährige Frau mit dem einjährigen Rottweiler.

Nicht angeleint

Der Hund war nicht angeleint und lief auf die Familie zu. Das zehnjährige Mädchen bekam Angst und fing an zu schreien. Daraufhin fiel der Hund den kleinen Jungen an. Die 19-jährige Schwester griff ein und wurde dabei leicht verletzt. Der Knabe sei schwer, aber nicht lebensgefährlich verletzt, sagte der Sprecher der Kantonspolizei.

Zurzeit ermittelt die Polizei noch den genauen Ablauf des Vorfalls. Dafür sucht sie Zeugen. Der Hund wird nun vom Kantonstierarzt untersucht. Dieser muss nun entscheiden, was mit dem Tier geschieht.

Seit Anfang April ist in Schaffhausen ein Hundegesetz in Kraft. Rottweiler sind darin nicht aufgeführt. Sie werden - im Gegensatz zur Einschätzung verschiedener anderer Kantone - nicht als potenziell gefährlich eingestuft. Etwa in Genf oder im Wallis sind Rottweiler gar nicht mehr zugelassen, in anderen Kantonen bedarf deren Haltung einer speziellen Bewilligung.

Nationales Hundegesetz

Im eidgenössischen Parlament ist derzeit eine Debatte über die Einführung eines nationalen Hundegesetzes im Gang. Sie geht auf eine parlamentarische Initiative zurück, die nach der tödlichen Pitbull-Attacke auf einen sechsjährigen Knaben in Oberglatt ZH im Jahr 2005 eingereicht worden war.

Der Gesetzesentwurf, dem der Nationalrat bereits zugestimmt hat, verzichtet auf die Auflistung bestimmter Rassen, wie dies mittlerweile in elf Kantonen der Fall ist. Das Gesetz nimmt vorab Züchter und Besitzer in die Pflicht.

Bissige Rottweiler

Rottweiler gehören, neben Pitbulls und Dobermännern, zu jenen Hunden, die gemäss einer 2008 veröffentlichten Statistik des Bundesamts für Veterinärwesen (BVET) häufiger beissen als andere Hunde. Laut BVET ereignet sich auf 100 Hunde knapp ein Beissunfall. Beim Rottweiler beträgt die Quote 3,8, beim Dobermann 2,6 und beim Pitbull sogar 8,5.

Kinder werden laut BVET nicht nur häufiger gebissen als Erwachsene, sie erleiden auch gravierendere Verletzungen. Kinder unter zehn Jahren werden in der Hälfte der Fälle am Kopf oder Hals verletzt.

In Basel beispielsweise war im Mai 2006 ein Sechsjähriger von einem Rottweiler im Gesicht und am Arm schwer verletzt worden. Im Ausland ist es verschiedentlich zu Rottweiler-Attacken mit tödlichem Ausgang gekommen, so 2008 in Lyon (F) und 2007 in Bobigny (F) und im gleichen Jahr in der Nähe von Turin (I). Tödlich verlief 2006 auch ein Rottweiler-Angriff im deutschen Cuxhaven.

(sda)

Zeugenaufruf

Der genaue Ablauf der Geschehnisse ist Gegenstand laufender Ermittlungen. Zeugen des Vorfalles werden gebeten, sich bei der Schaffhauser Polizei unter der Telefonnummer 052 624 24 24 zu melden.

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