Knapper Sieg: Rousseff bleibt brasilianische Präsidentin

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Knapper SiegRousseff bleibt brasilianische Präsidentin

Brasiliens Staatschefin Dilma Rousseff hat die Präsidentschaftswahl knapp gewonnen. Die Links-Politikerin setzte sich am Sonntag in der Stichwahl durch.

Präsidentin Dilma Rousseff erreichte am Sonntag nach Auszählung von 99,99 Prozent der Stimmen 51,64 Prozent.

Ihr Gegenkandidat Aécio Neves kam auf 48,36 Prozent. Mit dem Wahlsieg wird die linke Arbeiterpartei PT im fünftgrössten Land der Erde am Ende des neuen Mandats 2018 insgesamt 16 Jahre an der Macht sein.

Rousseff rief noch am Wahlabend zu Dialog und Einheit auf. Der Dialog werde ein zentrales Anliegen ihres zweiten Mandates sein, sagte die 66-jährige Links-Politikerin vor Anhängern in Brasília. Sie versprach, eine Volksabstimmung über eine Politikreform anzugehen. «Ich will eine viel bessere Präsidentin als bisher sein.»

Die knappe Mehrheit der Brasilianer setzte mit der Entscheidung auf Kontinuität. Vor allem die Wähler in den ärmeren Landesteilen im Nordosten folgten offenbar der Argumentation Rousseffs, dass mit einem Machtwechsel auch die in den vergangenen zwölf Jahren erreichten sozialen Errungenschaften in Gefahr seien.

Die von der PT massiv ausgeweitete Familiensozialhilfe (Bolsa Família) erreicht in Brasilien inzwischen bis zu 50 Millionen Menschen. Die Regierung schuf zudem Milliarden-Programme für den sozialen Wohnungsbau.

Schwaches Wirtschaftswachstum

Allerdings dümpelt das Wachstum der siebtgrössten Volkswirtschaft der Welt vor sich hin. Während Rousseff dafür vor allem die internationale Krise verantwortlich machte, sah ihr Herausforderer vorrangig interne Gründe wie eine mangelnde Infrastruktur und eine zu dirigistische Rolle des Staates in der Wirtschaft als Ursache.

Der mit Härte und gegenseitigen Vorwürfen geführte Wahlkampf hatte in Brasilien zu einer starken Polarisierung geführt. Eine der Hauptaufgaben der neuen Staatschefin wird es sein, die politische Spaltung des Landes zu vermindern.

Zudem steht die Regierung in den kommenden Jahren vor der Herausforderung, die Wirtschaft wieder anzukurbeln und die Inflation zu bekämpfen. In diesem Jahr dürfte das Wachstum des Bruttoinlandprodukts (BIP) in dem Schwellenland nur bei etwa einem Prozent liegen.

Skandal kurz vor der Wahl

Ein wichtiges Wahlkampfthema war auch die Korruption. Rousseff musste sich auf den letzten Metern der Kampagne mit Vorwürfen auseinandersetzen, sie habe von einem massiven Korruptionsskandal beim staatlich kontrollierten Öl-Konzern Petrobras gewusst.

Sie wies entsprechende Berichte als «Wahl-Terrorismus» zurück. 2013 waren Hunderttausende Menschen in Brasilien aus Protest gegen Korruption, Misswirtschaft und Mängel in Bildungs-, Gesundheits- und Transportwesen auf die Strasse gegangen.

(sda)

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