Royal hat noch nicht genug
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Royal hat noch nicht genug

Die gescheiterte sozialistische Präsidentschaftskandidatin Ségolène Royal will in fünf Jahren einen neuen Anlauf nehmen, um das höchste Staatsamt Frankreichs zu erringen.

«Ich habe Lust weiterzumachen», sagte sie am Freitag.

Sie werde sich «wahrscheinlich» dem Auswahlverfahren für den Präsidentschaftskandidaten ihrer Partei stellen, sagte Royal im Fernsehsender France 2. Entscheiden müssten dies aber die Mitglieder der Sozialistischen Partei (PS).

Royal war in der Stichwahl der Präsidentschaftswahl Anfang Mai dem Konservativen Nicolas Sarkozy unterlegen. Sie hatte dabei knapp 47 Prozent der Stimmen erhalten.

Parteirat am Samstag

Die Sozialisten wollen am Samstag auf einem Parteirat die Weichen für die Reform und künftige Führung der Partei stellen. Der seit zehn Jahren amtierende PS-Chef François Hollande hatte nach der Niederlage Royals angekündigt, er wolle noch bis 2008 im Amt bleiben.

Bekommt er dafür von dem Partei-Parlament am Wochenende keine Unterstützung, dürfte er sich kaum an der PS-Spitze halten können. Gestärkt wurde Hollande allerdings durch das überraschend starke Abschneiden der Sozialisten bei der Parlamentswahl am Sonntag.

Für Turbulenzen hatte in der Partei danach gesorgt, dass Royal direkt noch am Wahlabend erklärte, sie habe sich von ihrem langjährigen Lebenspartner Hollande getrennt, weil dieser eine Liebesaffäre mit einer anderen Frau habe. Sie hatte dabei auch angekündigt, sie wolle sich um seine Nachfolge an der PS-Spitze bewerben.

«Nicht Kandidatin für alles»

Nun sagte Royal auf die Frage, ob sie Hollande beerben wolle, sie sei «nicht Kandidatin für alles». Sie wolle aber «tatsächlich Verantwortung übernehmen, sobald dies die Mitglieder entscheiden». Der Präsidentschaftskandidat der Sozialisten müsse aus ihrer Sicht «nicht zwangsläufig» auch Parteichef sein. Beide müssten aber dieselbe Linie vertreten.

Royal verlangte, dass die PS-Mitglieder «so schnell wie möglich» zu «einer bestimmten Anzahl von Optionen» befragt würden. Schon vor den Kommunalwahlen im März 2008 müsse «etwas passieren», betonte die 53-Jährige. Die PS könne es sich nicht leisten, Veränderungen so lange aufzuschieben.

(sda)

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