Aktualisiert 25.08.2007 21:52

Royal will sich Zeit lassen

Drei Monate nach der Präsidentschaftswahl in Frankreich hat sich die unterlegene Kandidatin Ségolène Royal in der Öffentlichkeit zurückgemeldet.

Bei einem Auftritt in ihrem ehemaligen Wahlkreis Melle erklärte sie am Samstag, sie wolle sich mit der Rückkehr in die Politik Zeit lassen.

"Ich zögere nicht, ich lasse mir Zeit, das ist nicht dasselbe", sagte sie vor Journalisten. Sie sei mit niemandem im Wettstreit. "Es ist eine gemeinsame Arbeit, die langen Atem braucht und gerade beginnt."

In das Rennen um den Vorsitz der Sozialistischen Partei will Royal demnach zunächst nicht einsteigen. Royal hatte vor der Sommerpause angekündigt, dass sie im September eine schriftliche "Selbstkritik" veröffentlichen werde.

Gleichzeitig sagte die 53-Jährige, sie habe durchaus das Gefühl, dass sie eines Tages noch Staatschefin werden könne - "aber das heisst, dass ich mich dieses Mal viel früher vorbereiten muss". Die Kandidatin der Sozialistischen Partei (PS) hatte bei der Stichwahl im Mai gegen Nicolas Sarkozy verloren.

Bei einem Parteirat im Juni stimmten die Sozialisten mit grosser Mehrheit gegen raschere Reformen in der Partei und stärkten damit ihrem Vorsitzenden François Hollande den Rücken.

Royal, seine langjährige Lebensgefährtin, hatte kurz zuvor die Trennung des Paares bekanntgegeben und Anspruch auf den Parteivorsitz erhoben.

Sie forderte, es müsse noch vor den Regionalwahlen im Frühjahr "etwas passieren". Die beiden Sozialisten waren fast dreissig Jahre ein Paar und haben vier Kinder zusammen.

(sda)

Deine Meinung

Fehler gefunden?Jetzt melden.