07.01.2020 16:42

Dschungelcamp in AustralienRTL verschärft wegen den Bränden die Camp-Regeln

Während die Buschbrände in Australien wüten, geht RTL ab Freitag mit einer neuen Dschungelcamp-Staffel an den Start. Die Feuer-Katastrophe hat Konsequenzen für die Show.

von
kfi
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Dr. Bob (69) findet es richtig, dass RTL die Sendung durchziehen will – obwohl er derzeit um sein eigenes Haus bangen muss. «Diese Situation bricht mir fast das Herz», sagt der langjährige TV-Arzt. «Jede Stunde checke ich auf meinem Smartphone, wie die Lage ist und wo das Feuer steht.»

Dr. Bob (69) findet es richtig, dass RTL die Sendung durchziehen will – obwohl er derzeit um sein eigenes Haus bangen muss. «Diese Situation bricht mir fast das Herz», sagt der langjährige TV-Arzt. «Jede Stunde checke ich auf meinem Smartphone, wie die Lage ist und wo das Feuer steht.»

RTL
SPD-Politiker Karl Lauterbach (56) fordert die Absage des Dschungelcamps. «Das Ganze erinnert an den Tanz auf dem Vulkan», sagt er.

SPD-Politiker Karl Lauterbach (56) fordert die Absage des Dschungelcamps. «Das Ganze erinnert an den Tanz auf dem Vulkan», sagt er.

Keystone/DPA/Bernd von Jutrczenka
Die diesjährigen prominenten Bewohner – darunter die Zürcherin Elena Miras (Foto) – sind bereits nach Australien gereist. Am Freitag werden sie das Camp beziehen.

Die diesjährigen prominenten Bewohner – darunter die Zürcherin Elena Miras (Foto) – sind bereits nach Australien gereist. Am Freitag werden sie das Camp beziehen.

Instagram

Zwölf mehr oder minder prominente Personen ziehen am Freitag wieder ins australische Outback, um sich dort zwei Wochen lang vor laufenden Kameras Ekel-Prüfungen, Sport-Challenges und Lästereien zu stellen.

Bereits sind die Zürcherin Elena Miras (27) und ihre Mitstreiter nach Down Under geflogen, um bis zum Start noch einmal für kurze Zeit das Leben in Freiheit und Überfluss zu geniessen.

Derweil wird die TV-Show in Deutschland zum Politikum: Wegen der verheerenden Brände in Australien appelliert SPD-Politiker Karl Lauterbach (56) an RTL, das Camp abzublasen: «Ich finde es angemessen, während dieser Brände die Sendung Dschungelcamp, die ich persönlich, aber auch grundsätzlich entbehren könnte, dort nicht weiter zu drehen», so der Politiker zur «Bild»-Zeitung: «Das Ganze erinnert an den Tanz auf dem Vulkan.»

Klimawandel vs. Unterhaltungsshow

Camp-Teilnehmer Raúl Richter (32) meldet sich auf Instagram zu Wort und findet es «tatsächlich paradox», für eine Unterhaltungsshow in ein Land zu fliegen, «in dem gerade Menschen um ihr Leben kämpfen und viele Tiere diesen Kampf bereits verloren haben». Er wolle seine Reichweite nutzen, um auf den Klimawandel aufmerksam zu machen. In seinem Post erwähnt er zwei Hilfsorganisationen und bittet seine Community, ihnen Geld zu spenden.

Eine Geste, die nicht bei allen Followern gut ankommt. «Paradox finde ich nur, dass das Thema Klimawandel hier fällt und gleichzeitig setzt du dich in einen Flieger, um ans andere Ende der Welt zu fliegen. Das macht für mich keinen Sinn», schreibt eine Userin stellvertretend für viele.

Dreh-Location ist nicht betroffen

Auch wenn der Drehort nicht direkt von den Bränden bedroht ist, hat RTL schon vergangene Woche einige Neuerungen bekanntgegeben. Und versichert, «die dramatische Situation in Australien» laufend zu verfolgen. «Es ist auch nahezu ausgeschlossen, dass die Brände das Gebiet des Dschungelcamps erreichen können.»

Jetzt, wenige Tage vor dem Start, wurden noch weitere Verschärfungen bekannt gegeben. Wir fassen die Sicherheitsvorkehrungen zusammen:

Zweifaches Alarmsystem

Alle bereits bestehenden Evakuierungspläne für Mitarbeiter und Promis wurden aufgrund der anhaltenden Dürre noch einmal «eingehend überprüft», wie es in einer Mitteilung heisst. Bei einem Notfall würden gleich zwei unabhängig voneinander laufende Alarmierungssysteme über Sirenen und Horn die Betroffenen informieren.

Wie sie sich in einem entsprechenden Notfall verhalten müssen, erfahren die Bewohner vor ihrem Einzug schriftlich und mündlich.

Zigaretten

Die Raucher unter den Dschungelcampern dürfen ihrer Sucht nur um die Kochstelle herum frönen. Die Stummel müssen anschliessend in einer verschliessbaren Box entsorgt werden. «Der Teamchef hat als Einziger ein Spezialfeuerzeug, das von Sicherheitskräften freigegeben wurde», teilt RTL mit.

Lagerfeuer

Das offene Feuer mitten im Camp sorgte stets für Lagerfeuerromantik und war wortwörtlich Camp-Brennpunkt für Geständnisse und Lästereien. Diesmal bleibt das Feuer aus: Zum Kochen steht den Bewohnern ein Gasherd zur Verfügung, der nur an ist, während Essen zubereitet wird.

Das Bewachen des Lagerfeuers fällt damit auch weg. Trotzdem müssen die Camper nachts Wache halten – man befindet sich schliesslich im Dschungel, wo zahlreiche weitere Gefahren lauern.

Dr. Bob bangt um sein Haus

Einige australische Mitarbeiter, die für die TV-Produktion an die Ostküste Australiens gereist sind, bangen derzeit um ihre Häuser – darunter der langjährige Camp-«Arzt» Dr. Bob, der mit seiner Ehefrau 200 Kilometer südlich von Sydney lebt.

Kurz nach Silvester habe der 69-Jährige sein Haus evakuiert und alles, was ihm wichtig sei, in Sicherheit gebracht, berichtet er. Am Sonntag sei das nächste Buschfeuer noch 27 Kilometer von seinem Haus entfernt gewesen, «jetzt nur noch fünf».

Seine Heimatstadt sei leer, man hoffe nun auf den richtigen Wind und darauf, dass die Feuerwehrleute das Schlimmste verhindern können. «Diese Situation bricht mir fast das Herz. Jede Stunde checke ich auf meinem Smartphone, wie die Lage ist und wo das Feuer steht.»

Show-Absage steht ausser Frage

Auf «Ich bin ein Star – Holt mich hier raus!» will Dr. Bob aber auf keinen Fall verzichten. Es sei ohnehin zu gefährlich, zu Hause zu bleiben. «Ich kann nichts mehr tun, nur warten. Daher bin ich sehr froh, dass ich hier arbeiten kann und den Job machen darf, den ich so liebe.»

Er finde es auch richtig, dass die Sendung durchgezogen werde. «Die Brände sind Hunderte Kilometer entfernt, wir sind hier sicher.»

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