16.10.2020 10:09

BernRuag International verkauft Geschäftsteile – 450 Mitarbeiter betroffen

Der bundeseigene Konzern Ruag will Teile seines internationalen Geschäfts verkaufen. Die 450 Mitarbeiter werden von den neuen Besitzern übernommen.

von
Bianca Lüthy
Die 450 Mitarbeiter, die von der Umstrukturierung betroffen sind, sollen vom neuen Besitzer übernommen werden. 

Die 450 Mitarbeiter, die von der Umstrukturierung betroffen sind, sollen vom neuen Besitzer übernommen werden.

KEYSTONE

Der bundeseigene Luft- und Raumfahrttechnikkonzern Ruag hat weitere Teile seines internationalen Geschäfts verkauft. Die Technologiegruppe General Atomics Europe übernimmt die Bereiche Wartung, Reparatur und Betrieb für Geschäftsflugzeuge und militärische Helikopter von Ruag International im bayrischen Oberpfaffenhofen.

Auch die Herstellung und Wartung der Flugzeuge vom Typ Dornier 228 geht laut einer Meldung von Ruag International vom Freitag an die neuen Besitzer. Die beiden Unternehmen haben gemäss der Mitteilung bereits am 30. September eine Vereinbarung zur Übernahme unterschrieben. Diese stehe zwar noch unter dem Vorbehalt der Zustimmung durch die Behörden, mit dem Vollzug rechne Ruag aber noch in diesem Jahr, heisst es weiter. Über die finanziellen Modalitäten sei Stillschweigen vereinbart worden.

Die 450 Mitarbeitenden, die in den entsprechenden Bereichen tätig sind, werden von den neuen Besitzern übernommen, wie es im Communiqué weiter heisst.

Teil der Umstrukturierung und Privatisierung

Der Verkauf geschieht im Rahmen einer Neustrukturierung von Ruag. Der Bundesrat hatte im Frühling 2019 entschieden, den Konzern in eine neue Beteiligungsgesellschaft mit zwei rechtlich und finanziell voneinander unabhängigen Subholdings aufzuteilen: einerseits der Bereich Wartung, Reparatur und Betrieb (MRO) Schweiz, der für die Armee tätig ist, andererseits Ruag International für die übrigen Geschäftsbereiche.

Der internationale Teil besteht aus den Sparten Raumfahrt und Flugzeugstrukturteile, die das künftige Kerngeschäft bilden. So bleibt denn auch der Unternehmensbereich Flugzeugstrukturbau mit 800 Mitarbeitenden in Oberpfaffenhofen weiterhin im Besitz von Ruag.

Die Munitionssparte, das Cybersicherheitsgeschäft und die Unterhaltssparte MRO International, welche das militärische Simulations- und Trainingsgeschäft umfasst, sollen hingegen vollständig abgestossen werden. In diesem Zusammenhang verkaufte Ruag bereits im Juli 2019 die beiden auf Business Jets spezialisierten Standorte an den Flughäfen Genf-Cointrin und Lugano-Agno. Nach dem Verkauf der Einheiten, die nicht in diese neue, zivil ausgerichtete Gruppe passen, soll das im internationalen Geschäft tätige Luft- und Raumfahrttechnologieunternehmen schrittweise privatisiert werden.

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36 Kommentare
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Netflix

17.10.2020, 22:32

Eine sehr gute Reportage kann man auf Netflix anschauen. 📺 Die von Netflix produzierte Serie heisst "Dirty Money" 💰 und in der ersten Staffel und in der ersten Episode "Hard NOx" geht es ausführlich um den Dieselgate-Skandal.

Sunpower

17.10.2020, 16:57

Wasserstoff wird durch sogenannte Elektrolyse von Wasser 💧 abgespalten. Vereinfacht gesagt wird dabei Wasser unter Strom gesetzt und so in seine Einzelteile zerlegt: Wasserstoff und Sauerstoff. "Grün" wird der Wasserstoff dann, wenn bei der Gewinnung ausschließlich Strom ⚡️ aus erneuerbaren Energien von Solaranlagen ☀️, Windparks 💨 und Co. eingesetzt wird. Bei seiner späteren Verwendung etwa in einer Brennstoffzelle entsteht durch die Reaktion mit dem Sauerstoff aus der Luft ebenfalls nur Wasser 💦 Heisst: Weder die Herstellung noch die Nutzung von grünem Wasserstoff produziert umweltbelastendes Kohlendioxid (CO2).

Nur der anfang

17.10.2020, 16:55

DXC Technology setzt beim Personal in der Schweiz die Axt an. Mehr als 100 Personen müssen gehen, darunter offenbar viele ältere Mitarbeitende.Die Mirabaud ist durch Geldwäscherei-Skandale auf den Radarschirm gerückt. Ihre obersten Chefs mussten Red und Antwort stehen im Fall von Juan Carlos, dem Ex-Monarchen Spaniens. Nun sorgt die Genfer Privatbank mit wichtigen Ablegern in Zürich und Basel wegen personellen Trennungen für Aufsehen. Laut einem Insider stellt die Bank alle 58jährigen und Älteren auf die Strasse.