Mega-Deal – Ruag-Konzern schiesst mit Amazon-Gründer Jeff Bezos Satelliten ins All
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Mega-DealRuag-Konzern schiesst mit Amazon-Gründer Jeff Bezos Satelliten ins All

Die Weltraum-Sparte des Schweizer Rüstungskonzerns hat den grössten Auftrag ihrer Geschichte an Land gezogen: Für das Satelliten-Projekt von Amazon liefert die Firma Raketentechnologie.

von
Dominic Benz
Marcel Urech
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Amazon möchte ein Satelliten-Internet aus dem All anbieten und setzt dafür auch auf Atlas-V-Raketen.

Amazon möchte ein Satelliten-Internet aus dem All anbieten und setzt dafür auch auf Atlas-V-Raketen.

Ruag
Neu ist auch ein Tochterunternehmen des Schweizer Rüstungskonzerns Ruag in das Projekt involviert.

Neu ist auch ein Tochterunternehmen des Schweizer Rüstungskonzerns Ruag in das Projekt involviert.

20min/Simon Glauser
Die Firma von Ruag heisst Beyond Gravity. Sie soll für Amazon sogenannte Dispenser-Systeme liefern.

Die Firma von Ruag heisst Beyond Gravity. Sie soll für Amazon sogenannte Dispenser-Systeme liefern.

20min/Simon Glauser

Darum gehts

  • Beyond Gravity, die Weltraumsparte von Ruag, spannt mit Amazon zusammen.

  • Sie soll Transporter liefern, die Satelliten in eine erdnahe Umlaufbahn bringen.

  • Amazon braucht diese für ein Netzwerk, das einen Internetzugang über Satelliten ermöglichen soll.

Amazon-Gründer Jeff Bezos möchte die Welt mit schnellem und günstigem Breitband-Internet versorgen. Daher plant der Milliardär, Tausende Satelliten ins All zu schiessen. Für das Projekt spannt Bezos nun mit dem Schweizer Rüstungskonzern Ruag zusammen. 

Dessen Weltraum-Sparte Beyond Gravity soll für Amazon sogenannte Dispenser-Systeme liefern. Dabei handelt es sich um Transporter, die mit einer Trägerrakete verbunden sind und nach der kontrollierten Abkopplung die Satelliten in eine erdnahe Umlaufbahn bringen.

Grösste Auftrag der Firmengeschichte

Für die Ruag-Tocher ist es der grösste Auftrag in ihrer Firmengeschichte, wie es in einer Mitteilung am Dienstag heisst. «Wir fühlen uns geehrt, Teil eines solchen weltweit einzigartigen Projekts zu sein», lässt sich André Wall, CEO von Ruag International, zitieren.

Das Amazon-Projekt mit dem Namen Kuiper soll aus einem Netzwerk von 3236 Satelliten (siehe Box) bestehen. Mit seinem Vorhaben konkurriert Bezos unter anderem mit dem Starlink-Netz der Firma SpaceX von Tech-Milliardär Elon Musk.

Beyond Gravity baut für das Vorhaben ein neues Werk in Linköping, Schweden. Es soll helfen, die Produktionskapazität für Dispenser zu verdoppeln, und 60 zusätzliche Arbeitsplätze vor Ort schaffen. Die neue Anlage soll bis 2023 fertiggestellt sein.

Ein Netz mit 3236 Satelliten

Amazon wird für sein Satelliten-Netz bei Dutzenden Raketenstarts mitmachen. Der Konzern hat dafür neue Verträge abgeschlossen, etwa mit dem europäischen Anbieter Arianespace und der Raumfahrtfirma Blue Origin. Dabei geht es laut der Agentur DPA um bis zu 83 Raketen-Starts.

Das Netz mit dem Namen Kuiper soll 3236 Satelliten umfassen und einen schnellen Zugang zum Internet liefern. Diesen werde man nicht nur Mobilfunk-Konzernen, sondern auch privaten Haushalten im Abo-Modell anbieten, sagt Amazons Topmanager Dave Limp, zu dessen Gerätesparte das Projekt gehört. 

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