12.10.2020 17:18

Auswirkung von CoronaRuag kündigt Streichung von 150 Stellen an

Der Rüstungskonzern muss infolge der Corona-Krise Stellen abbauen. In der Schweiz als stärkstem betroffenen Land ist ein Sozialplan vorgesehen.

von
Katja Fässler
Raketenteile und Raketenspitzen werden hergestellt, in einer Produktionshalle der Ruag International am Mittwoch, 30. September 2020 in Emmen. 

Raketenteile und Raketenspitzen werden hergestellt, in einer Produktionshalle der Ruag International am Mittwoch, 30. September 2020 in Emmen.

KEYSTONE


Der Absturz der Luftfahrt in der Coronakrise und die Aufspaltungskosten haben bei Ruag International nun auch Auswirkungen auf die Angestellten. Bis zu 150 Stellen werden bis Ende 2021 abgebaut, teilte das Unternehmen am Montag mit.

Im Fokus ist dabei der Bereich der globalen Support-Funktionen des Unternehmens, der etwa die IT oder das Personalwesen umfasst. Derzeit bietet er noch insgesamt 450 Vollzeitstellen. Von diesen soll nun also etwa ein Drittel gestrichen werden.

Man strebe für alle Mitarbeitenden «faire und sozialverträgliche Lösungen» an, hiess es in dem Communiqué weiter. In der Schweiz sei konkret ein Sozialplan vorgesehen. Ausserdem soll der Rückgang soweit möglich über natürliche Fluktuation oder Pensionierungen auffangen werden.

Wie es nun geschäftlich weitergeht, ist gemäss dem Unternehmen schwierig abzuschätzen. Zum jetzigen Zeitpunkt gehe man davon aus, das es einige Jahre dauern werde, bis die aviatiknahen Segmente wieder Auslastungen auf Vorkrisenniveau haben werden.

Reinverlust im ersten Halbjahr

Der Luft-, Raumfahrt und Rüstungskonzern hatte im ersten Halbjahr einen Reinverlust von 48 Millionen Franken erlitten. Insbesondere die beiden in der Luftfahrt tätigen Geschäftsbereiche Flugzeugstrukturbau und Flugzeugunterhalt hätten die Auswirkungen der Coronapandemie deutlich gespürt.

Zwar habe man die Effekte der Krise mit Instrumenten wie Kurzarbeit für zeitweise bis zu 1'700 Mitarbeitende in Europa, Abbau von Überzeit und Ferien, Einstellungsstopp und einem rigiden Sparkurs abfedern können. Das Vorkrisenniveau in der Luftfahrt dürfte jedoch frühestens 2024/25 wieder erreicht werden, weshalb diese «tiefgreifende Transformation» nun notwendig geworden sei.

Ruag soll privatisiert werden

Monatlich verliert der Flugzeugstrukturbau rund drei Millionen Schweizer Franken. Zum jetzigen Zeitpunkt geht das Unternehmen davon aus, das es einige Jahre dauern wird, bis die aviatiknahen Segmente wieder ähnliche Auslastungen auf Vorkrisenniveau haben werden. «Dieser zweite Abbau seit Februar 2020 trifft den Wirtschaftsstandort Schweiz hart», schreibt dazu die Gewerkschaft Unia. Sie sieht dies als direkte Folge des Entscheides des Bundesrates, die Ruag aufzuteilen und zu privatisieren.

Seit Anfang Jahr operiert Ruag International als eigenständiges Unternehmen und soll in den nächsten Jahren weiterentwickelt und schrittweise privatisiert werden. Mit der Bilanzspaltung, die der Bundesrat am 22. April zur Kenntnis genommen hat, wurde die Entflechtung per Mitte 2020 materiell abgeschlossen.

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105 Kommentare
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Namor

13.10.2020, 20:12

Der Bund trennt sich von allen Institutionen, die mit Steuergelder erschaffen wurde wie die PTT und jetziger Post CH AG, SBB wurde reich gemacht durch Land Enteignungen beim Aufbau um die Bahnhöfen und Verbindungen, aber auch beim Stromnetz, Banknotenherstellung und vielen anderem. Meistens sitzen Volksvertreter in den Verwaltunggremien und in langzeit im oberen Kader. Ein richtiger Sumpf von Ämtliverteilung und Abhängigkeiten.

Sunpower

13.10.2020, 18:44

Unabhängigkeit ✅ In nur einer Stunde liefert die Sonne ☀️ genug Energie, um die gesamte Weltbevölkerung 🌎 für ein Jahr mit Strom⚡️versorgen zu können. Dieses Potenzial müssen wir nutzen. Die Elektro­mobilität und Solar­technologie ☀️ebnen den Weg in eine klima­freundliche Mobilität. 👍🔝

DerBeeler

13.10.2020, 18:26

Es ist der 13.10.20 und unsere Regierung ist immernoch nicht zurückgetreten.