Rüstungskonzern : Ruag soll 40 Mio Franken zu viel kassiert haben
Aktualisiert

Rüstungskonzern Ruag soll 40 Mio Franken zu viel kassiert haben

Der Rüstungskonzern soll dem Militär weitaus höhere Rechnungen gestellt haben, als bisher angenommen. Das Ausmass übertrifft den Postauto-Skandal weitaus.

von
kat
Ein Mitarbeiter der Ruag bearbeitet ein Panzerrohr eines «Leopard».

Ein Mitarbeiter der Ruag bearbeitet ein Panzerrohr eines «Leopard».

Keystone/Peter Schneider

Der bundeseigene Rüstungskonzern Ruag soll dem Verteidigungsdepartement über Jahre zu hohe Rechnungen in der Höhe von dutzenden Millionen Franken gestellt haben. Die entsprechenden Margen sollen weitaus höher sein als bislang angenommen, wie die «Ostschweiz am Sonntag» und die «Zentralschweiz am Sonntag» berichten.

Die Zeitungen berufen sich auf Unterlagen und Angaben von Beteiligten. Sie schreibt, dass die Marge in den Einheiten, die sich mit Unterhalt, Reparatur und Kampfwertsteigerung der Jets sowie der Armeehelikopter befassen, 30 oder 35 Prozent betragen haben soll. Das ist viel mehr als die vom Bund maximal erlaubte 8 bis 10 Prozent.

400 Millionen Franken Steuergelder

Eine derartige Gewinnspanne würde bedeuten, dass die Ruag dem Militär rund 40 Millionen Franken pro Jahr zu viel berechnet. Laut Insidern soll diese Praxis seit mindestens zehn Jahren laufen, was insgesamt 400 Millionen Franken Steuergelder ausmachen würde. Das ist ungefähr doppelt so viel wie der Subventionsbetrag, den sich Postauto widerrechtlich ergattert hat.

Ruag steht seit Jahren im Verdacht für den Unterhalt des Flugparks der Luftwaffe über Jahre hinweg überhöhte Rechnungen ausgestellt und damit andere Geschäftsbereiche quersubventioniert haben - in erster Linie das wenig einträgliche zivile Flugzeuggeschäft. Ruag weist die Kritik von sich. Er habe ein reines Gewissen, erklärte CEO Urs Breitmeier kürzlich in einem Interview.

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