Giro: Rubens Bertogliati brilliert beim Giro
Aktualisiert

GiroRubens Bertogliati brilliert beim Giro

Am Tag der Schweizer siegte im Giro d'Italia ein Australier. Matthew Lloyd entschied die 6. Etappe in Marina di Carrara für sich, Rubens Bertogliati kam als Zweiter ins Ziel.

Rubens Bertogliati zeigt sich beim Giro in guter Verfassung.

Rubens Bertogliati zeigt sich beim Giro in guter Verfassung.

Angesichts zweier Steigungen in den Apuanischen Bergen auf den letzten 30 km vor dem Ziel war abzusehen, dass das sechste Tagespensum für die Sprinter zu schwer sein würde. Umso aussichtsreicher waren dafür Fluchtunternehmen. Von dieser Überlegung müssen Rubens Bertogliati und Matthew Lloyd beseelt gewesen sein, die schon kurz nach dem Start in Fidenza ausrissen. Der Tessiner und der australische Strassenmeister des Jahres 2008 harmonierten gut. In der letzten Steigung waren die Kräfte dann zu ungleich verteilt. Lloyd attackierte im steilsten Abschnitt, Bertogliati musste seinen Fluchtgefährten ziehen lassen.

Immerhin vermochte sich der zweifache Schweizer Meister (Berg 2007, Zeitfahren 2009) noch vor dem Feld ins Ziel zu retten. Einen 2. Rang hatte Bertogliati schon letztes Jahr erreicht - in der 14. Etappe hinter Simons Gerrans (Au) bei der Ankunft auf San Luca oberhalb von Bologna.

Neben Bertogliati setzten sich im Schlussteil der Fahrt in die Gegend des Weissen Goldes (Marmor) zwei andere Schweizer in Szene. Johann Tschopp und David Loosli waren bei einem Konter auf die beiden Flüchtlinge 40 km vor Schluss am Valico di Spolverino dabei. Loosli war im Anstieg aber schon nach kurzer Zeit überfordert. Tschopp setzte das Unternehmen zusammen mit Jewgeni Petrow (Russ) und dem Neoprofi José Cayetano Sarmiento (Kol) fort. Dem Trio war kein Glück beschieden. Auf den letzten Kilometern vor dem Ziel wurde es vom Feld eingeholt.

Matthew Lloyd verfügte am Schluss über die Reserven, um nach einer Flucht über 140 km den grössten Erfolg seiner Karriere zu feiern. Der Aussenseiter war vor vier Jahren bei seinem Profidebüt in drei eher unbedeutenden Rennen siegreich gewesen. Ausser dem Gewinn des australischen Meistertitels vor zwei Jahren gab es in der Laufbahn des Australiers letztes Jahr einen Tiefpunkt. Lloyd stürzte im Gold Race schwer und musste danach vier Monate pausieren, bis er im August in den Rennbetrieb zurückkehren konnte. Immerhin war der Formstand des Australier rasch wieder so gut, dass er für die Strassen-WM in Mendrisio aufgeboten wurde. Als Zugabe neben dem Etappensieg durfte Lloyd das grüne Trikot des Ersten in der Bergwertung übernehmen. Bisher war dieses Spezialklassement von Paul Voss (De) angeführt worden.

Der Gesamterste Vincenzo Nibali geriet nie in Gefahr, die Maglia rosa abgeben zu müssen. Die Helfer des Sizilianers hatten das Rennen jederzeit unter Kontrolle und gestanden den beiden Ausreissern einen Maximalvorsprung von 5:40 Minuten zu. Das Liquigas-Team blieb bei der Schlaufe in der Gegend der Marmor- Steinbrüche beisammen, und für den Grossteil der Sprinter erwiesen sich die Anstiege in der Region des Weissen Goldes wie erwartet als zu schwer.

93. Giro d'Italia. 6. Etappe, Fidenza - Marina di Carrara (173 km):

1. Matthew Lloyd (Au) 4:24:20 (39,268 km/h), 20 Sekunden Bonifikation. 2. Rubens Bertogliati (Sz) 1:06, 12 Sek. Bon. 3. Danilo Hondo (De) 1:15, 8 Sek. Bon. 4. Manuel Belleti (It). 5. Filippo Pozzato (It). 6. William Bonnet (Fr). 7. Sacha Modolo (It). 8. Wasil Kirienika (WRuss). 9. Alexander Jefimkin (Russ). 10. Baden Cooke (Au).

11. Enrico Gasparotto (It). 12. Mauro Santambrogio (It). 13. Leonardo Duque (Kol). 14. Markus Eibegger (Ö). 15. Daniel Moreno (Sp). 16. Rene Mandri (Est). 17. Matteo Tosatto (It). 18. Thomas Rohregger (Ö). 19. Jan Bakelandts (Be). 20. Cadel Evans (Au).

Ferner: 26. David Loosli (Sz). 30. Alexander Winokourow (Kas). 34. Ivan Basso (It). 35. Vincenzo Nibali (It). 36. Stefano Garzelli (It). 42. Damiano Cunego (It). 46. Wladimir Karpez (Russ). 56. Bradley Wiggins (Gb). 77. Johann Tschopp (Sz). 82. Carlos Sastre (Sp), alle gleiche Zeit. 95. Alessandro Petacchi (It) 4:11. 126. Florian Stalder (Sz) 11:30. 135. Robbie McEwen (Au). 137. Danilo Wyss (Sz). 149. Michael Schär (Sz). 152. Gilberto Simoni (It). 157. Marcel Wyss (Sz), alle gleiche Zeit. 178. Michael Albasini (Sz) 15:36. - 193 klassiert.

Gesamtklassement: 1. Nibali 18:55:38. 2. Basso 0:13. 3. Valerio Agnoli (It) 0:20. 4. Winokourow 0:33. 5. Karpez 0:39. 6. Richie Porte (Au) 0:45. 7. David Millar (Gb) 0:45. 8. Cooke 1:03. 9. Linus Gerdemann (De) 1:04. 10. Laurent Didier (Lux) 1:13. 11. Pieter Weening (Ho) 1:15. 12. Rohregger 1:16. 13. Robert Kiserlovski (Kro) 1:24. 14. Andrej Griwko (Ukr) 1:25. 15. Josep Jufre (Sp) 1:55. 16. Evans 1:59. 17. Marco Pinotti (It) 2:10. 18. Markus Fothen (De) 2:05. 19. Xavier Tondo (Sp) 2:09. 20. Sastre 2:13.

Ferner: 23. Garzelli 2:49. 26. Cunego 3:45. 31. Wiggins 4:36. 43. Lloyd 9:34. 60. Bertogliati 10:56. 66. Tschopp 11:37. 83. Loosli 12:25. 91. Petacchi 12:52. 108. McEwen 15:05. 124. Danilo Wyss 20:23. 126. Marcel Wyss 20:24. 138. Simoni 22:10. 140. Schär 22:22. 151. Albasini 24:07. 161. Stalder 25:20.

(si)

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