US-Präsidentenwahl: Rubio steigt für Republikaner in den Ring
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US-PräsidentenwahlRubio steigt für Republikaner in den Ring

US-Senator Marco Rubio kandidiert als Obamas Nachfolger. Der 43-Jährige wurde in Florida stark durch die rechtskonservative Tea-Party-Bewegung unterstützt.

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Wer tritt die Nachfolge von US-Präsident Barack Obama an?

Wer tritt die Nachfolge von US-Präsident Barack Obama an?

Keystone/AP/Susan Walsh
Ende März hatte der republikanische Senator Ted Cruz als erster seinen Hut in den Ring geworfen

Ende März hatte der republikanische Senator Ted Cruz als erster seinen Hut in den Ring geworfen

Keystone/AP/Nati Harnik
Am 7. April zog der Republikaner Rand Paul nach.

Am 7. April zog der Republikaner Rand Paul nach.

Keystone/AP/jim Cole

Einen Tag nach der Demokratin Hillary Clinton hat der republikanische US-Senator Marco Rubio ebenfalls seinen Hut für den Kampf ums Weisse Haus in den Ring geworfen und seine Kandidatur offiziell bekannt gegeben. «Ich kann als Präsident einen Unterschied machen», sagte der 43-jährige Senator aus Florida am Montagabend im Miami.

Das neu eingerichtete Twitter-Konto seines Teams brachte es innerhalb von Minuten auf mehrere Tausend Follower. Rubio ist nach seinen Senatskollegen Ted Cruz aus Texas und Rand Paul aus Kentucky der dritte Republikaner, der offiziell seine Kandidatur erklärt. Er steht für eine konservative Politik und umwirbt nicht nur die im Wahlkampf wichtigen Latinos, sondern auch den rechten Flügel seiner Partei.

Ist Rubio zu jung?

Der in Miami geborene Sohn zweier Exil-Kubaner fordert eine umfassende Reform des Einwanderungsrechts und lehnt die diplomatische Annäherung Washingtons an Havanna vehement ab. Er gilt als enger Freund des deutlich erfahreneren Parteikollegen Jeb Bush, dem ebenfalls Ambitionen auf das Präsidentenamt nachgesagt werden.

Kritiker halten Rubio für etwas zu jung, um ins Weisse Haus einzuziehen. Der Amtsinhaber Barack Obama war bei seiner Vereidigung 47 Jahre alt und damit der jüngste Präsident beim Amtsantritt.

Clinton fährt nach Iowa

Clinton brach derweil zu ihrer ersten Wahlkampfveranstaltung in den US-Staat Iowa auf. Anders als vor sieben Jahren, als Clinton ihre Wahlkampftour pompös im Helikopter startete, tourt sie diesmal im Kleinbus und gibt sich volksnah. «Road trip!», twitterte ihr Team auf dem Weg nach Iowa und zeigte Clinton mit einer Familie, der sie auf dem Weg begegnet war.

Das für eine ehemalige First Lady und Aussenministerin unübliche Reisemittel soll Kritik entkräften, die Multimillionärin sei abgeschottet vom Alltag der Durchschnittsbürger. Die Strecke von New York aus beträgt rund 1800 Kilometer.

Die Clintons hatten unter Präsident Bill Clinton bereits von 1993 bis 2001 im Weissen Haus regiert. Sie sind für Amerikas Rechte seit Jahren ein rotes Tuch. Während einige Hillary als inspirierende Anwältin und Mutter sahen, bezeichnete sie das Magazin «U.S. News and World Report» 1992 als «herrische Yuppie-Frau aus der Hölle».

Republikaner wollen Clinton stoppen

Die Republikaner brachten sich mit im Internet verbreiteten Bannern und Aufklebern mit der Aufschrift «Stop Hillary» nach ihrer Ankündigung gegen die 67-jährige Demokratin in Stellung. Jeb Bush, der seine eigene Kandidatur noch nicht offiziell erklärt hat, schrieb in einem E-Mail an Wahlkampfspender: «Es ist an uns, sie zu stoppen.»

Für den Fall, dass Clinton die Vorwahl bei den Demokraten gewinnen sollte, wäre sie die erste Präsidentschaftskandidatin – und hätte danach Chancen, als erste Frau das höchste Amt der USA zu bekleiden. Ausserhalb der politischen Aktionskomitees – sogenannter Super PACs – will Clinton als Wahlkampfspenden 2,5 Milliarden Dollar sammeln.

Die frühere First Lady war am Sonntag mit einem Tweet und einem kurzen Video auf ihrer Website in den Wahlkampf eingestiegen. Demokratische Parteikollegen attestierten der Ex-Senatorin das Zeug für das höchste Amt der Vereinigten Staaten.

Obwohl Clinton Umfragen zufolge gut im Rennen liegt, spricht die Statistik gegen sie: Im letzten Jahrhundert gelang es nur den Republikanern, drei Wahlperioden hintereinander den Präsidenten zu stellen, und zwar ein einziges Mal (Ronald Reagan 1981–89 gefolgt von George Bush 1989–93).

Zudem belasten sie die mittelmässigen bis schlechten Umfragewerte des Amtsinhabers Obama (45 Prozent), der nach zwei Amtszeiten nicht mehr antreten darf. (sda)

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