Aktualisiert

Neues Geständnis?Rudy Guede packt aus

Darf Amanda Knox neue Hoffnung schöpfen? Nachdem sie in Perugia im vergangenen Dezember in Italien wegen Mordes zu 26 Jahren Haft verurteilt worden war, verriet nun der Mitangeklagte Rudy Guede einem Zellengenossen, dass sich weder Knox noch ihr ehemaliger Freund Raffaele Sollecito zur Tatzeit in jenem Haus aufhielten, in dem Meredith Kercher ermordet wurde.

Auf dieses Geständnis wird Amanda Knox wohl schon lange gewartet haben: Laut einem Bericht der italienischen Tageszeitung «La Repubblica» sollen Knox und ihr ebenfalls verurteilter Ex-Freund Raffaele Sollecito Opfer der Justiz geworden sein. Der Mitangeklagte Rudy Guede soll einem Mithäftling erzählt haben, dass er in der Mordnacht mit einem Bekannten für «einen flotten Dreier» zu Meredith Kercher gegangen sei.

Als sich Kercher gewehrt habe, sei sie mit einem Messer verletzt worden. Guede habe sich dann für einen Augenblick entfernt, um Hilfe zu holen. Währenddessen hatte sein Bekannter entschieden, die Britin zu töten, um nicht ins Gefängnis zu kommen. Wer der Mörder ist, habe Guede bislang nicht verraten. Guede soll diese neue Version der Tat gegenüber mehreren Häftlingen beteuert haben. Am Morgen des 2. November 2007 wurde die Leiche der 21-jährigen Studentin Meredith Kercher halb nackt mit durchgeschnittener Kehle in ihrem Bett entdeckt.

Wie geht es für Knox weiter?

Amanda Knox wurde im Dezember 2009 zu 26 Jahren Haft verurteilt. Bei der Urteilsverkündung habe sie mit dem Aufschrei «Nein, nein, nein!» reagiert. Ihre Familie kündigte daraufhin an, das Urteil anzufechten. Diese neue Wende könnte nun von grosser Hilfe sein.

Laut Anklageschrift soll Knox in der Mordnacht ihrer Wohnpartnerin zusammen mit ihrem damaligen Freund Raffaele Sollecito die Kehle durchgeschnitten haben, weil sie sich weigerte, bei Sexspielen mitzumachen. Knox und Sollecito sollen unter dem Einfluss von Alkohol und Drogen die Britin erstochen haben, während sie von Rudy Guede festgehalten wurde.

In dem Indizienprozess sagten rund 100 Zeugen aus. Strittig waren vor allem als Beweise vorgebrachte DNA-Spuren. Der Anklage zufolge wurden auf einem in der Wohnung von Sollecito gefundenen Messer die DNA-Spuren der Amerikanerin und des Opfers entdeckt. Die Verteidigung machte dagegen geltend, die Klinge passe nicht zu den tödlichen Verletzungen der Britin.

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