Gesundheitsbericht von Exil-Russen – Rücken, Krebs, Corona – wie krank ist Wladimir Putin wirklich?

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Gesundheitsbericht von Exil-RussenRücken, Krebs, Corona – wie krank ist Wladimir Putin wirklich?

Wladimir Putin gibt sich gerne als unverwüstlicher Haudegen. Doch eine von russischen Exiljournalisten durchgeführte Recherche zeigt, dass der 69-Jährige offenbar an allerlei Beschwerden und Krankheiten herumlaboriert.

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Ein neuer Recherchebericht exilierter russischer Journalistinnen und Journalisten lässt daran zweifeln, dass es um Putins Gesundheit «ausgezeichnet» bestellt ist.

Ein neuer Recherchebericht exilierter russischer Journalistinnen und Journalisten lässt daran zweifeln, dass es um Putins Gesundheit «ausgezeichnet» bestellt ist.

via REUTERS
Selbst zeigte sich der Kreml-Chef immer als kraftstrotzender Naturbursche …

Selbst zeigte sich der Kreml-Chef immer als kraftstrotzender Naturbursche …

Imago
… oder knallharter Hockeyspieler. 

… oder knallharter Hockeyspieler. 

imago images/SNA

Darum gehts

  • Ein neuer Bericht russischer Exil-Journalistin nährt Zweifel an der Gesundheit von Wladimir Putin (69).

  • Die Rede ist von Rückenverletzungen und sogar Krebs.

  • Mehrmals liess er sich in Sotschi von ganzen Heerscharen von Ärzten behandeln.

Über die körperliche Verfassung des russischen Präsidenten schiessen die Spekulationen schon länger ins Kraut – wie es wirklich um ihn steht, wurde vom Kreml aber stets verschleiert. Er selbst zeigte sich gerne als unverwüstlicher, knallharter und viriler Haudegen zu Pferd, im Judogewand oder bei harten Eishockeyderbys. Sein Pressesprecher Dimitri Peskow bezeichnete Putins Gesundheitszustand unlängst als «ausgezeichnet».

Nun haben exilierte russische Journalistinnen und Journalisten der Plattform Projekt Media in aufwendigen Recherchen ein Gesundheitsbild von Wladimir Putin zusammengestellt, welches ein gänzlich anderes Bild vermittelt. In der Einleitung heisst es, der Kreml-Machthaber, der seit 23 Jahren am Ruder ist, habe neben der Geopolitik ein weiteres Gebiet, das ihn mindestens ebenso beschäftige – seine Gesundheit.

Trug der russische Staatspräsident zwischenzeitlich ein Korsett?

Der Bericht erwähnt etwa mehrere Stürze von Pferden, die bei Putin ernste Rückenprobleme hinterlassen hätten. In den Anfangsjahren seiner Präsidentschaft habe er gemäss Aussagen eines engen Bekannten nach einem Reitunfall einmal eine längere medizinische Behandlung benötigt und über mehrere Tage nicht aufstehen können. 2017 kam Putin zudem bei einem Eishockeyspiel schmerzhaft zu Fall.

Bereits 2012 soll er bei einer Zeremonie mit der Niederlegung eines Kranzes zwar auf Fotografien, nicht aber im Film gezeigt worden sein: Er habe sichtbar gehinkt. Trotz Verbots gelangten aber trotzdem Aufnahmen des Moments an die Öffentlichkeit.

Gegen Ende des Jahres schien es Putin noch schlechter zu gehen: Das präsidiale Protokoll schrieb vor, dass Sitzungen nicht länger als eine Stunde dauern dürften, da Putin nicht länger sitzen könne. Informell wurde laut dem Bericht davon gesprochen, das Putin ein Korsett trage und wohl operiert werden müsse. In der Folge sei er zunehmend in zuvor gefilmten Auftritten gezeigt worden und immer wieder – etwa in den Jahren 2015, 2017, 2018 und 2021 – jeweils für mehrere Tage diskret verschwunden.

2016 soll sich Putin dann einer OP «höchstwahrscheinlich am Rücken» unterzogen haben. Sechs Tage lang verschwand der Präsident aus der Öffentlichkeit. Zwölf Ärzte – darunter Spezialisten – seien zu ihm nach Sotschi gereist und hätten ihn dort behandelt.

Spekulation über Schilddrüsenkrebs

Auch im November 2019 erhielt Putin «Besuch» von 13 Ärzten gleichzeitig – unter anderem von einer Rückenmarksspezialistin und einem Onkologen. Auch ein HNO-Mediziner, ein Spezialist für Infektionskrankheiten und ein Chirurg seien angereist. Gemäss dem Bericht spekuliert ein israelischer Arzt, dass mehr als ein Rückenleiden dahinterstecken könnte: Schilddrüsenerkrankungen, darunter auch Krebs, würden oft zunächst von einem HNO-Arzt untersucht und dann mit Hilfe eines Onkologen und Chirurgen behandelt. Im Sommer 2020 habe Putin zudem den Leiter des Nationalen Medizinischen Forschungszentrums für Endokrinologie getroffen, der ihn über Schilddrüsenkrebs informiert habe.

Im Herbst 2020 isolierte sich der russische Präsident für 14 Tage, nachdem er «zu viel Kontakt» mit Corona-infizierten Sportlerinnen und Sportlern gehabt habe. Offenbar spekulieren Mediziner, dass er diese Zeit möglicherweise nutzte, um sich einer Krebsbehandlung zu unterziehen.

Dass Putin aber offenbar durchaus Angst vor Corona hatte, lasse sich auch daran ablesen, dass er sich an Treffen mit ausländischen Politikern jeweils ans andere Ende des berühmt gewordenen langen Tisches setzte. Anwesende Journalistinnen und Journalisten mussten drei negative Tests vorweisen, bevor sie den Kreml betreten durften, wie «Focus» berichtet.  

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(trx)

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