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Banken zerschlagenRückendeckung für Blocher und Levrat

Letzten Freitag trat eine ungewöhnliche Allianz an die Öffentlichkeit: Gemeinsam mit Unternehmer Nicolas Hayek forderten SP-Präsident Christian Levrat und SVP-Stratege Christoph Blocher die Zerschlagung von CS und UBS. Nun erhalten sie Unterstützung von wissenschaftlicher Seite.

von
mlu

Finanzhistoriker Niall Ferguson spricht im «Handelsblatt» Klartext: Keine Bank sollte so gross sein, dass man ihren Zusammenbruch auf jeden Fall verhindern muss (englisch: «to big to fail»). Man müsse gegen die Konzentration im Investment- und Retailbanking mit den Mitteln des Kartellrechts vorgehen. Ferguson nennt auch Beispiele: «Die Citigroup sollte es nicht geben. Bank of America ist zu gross.»

Der schottische Wissenschaftler, der in Harvard in den USA lehrt, sagte der Wirtschaftszeitung weiter: Nichts kann rechtfertigen, wenn Investmentbanken heute, abgesichert durch Steuergelder, mit riskanten Geschäften hohe Profite einfahren.» Ferguson warnte, das grösste Risiko der Krise sei ein neuer Fall Lehman. «Wenn es nicht zum Untergang weiterer Banken kommt, wird sich der Schuldenberg von den Bankbilanzen auf die nationalen Haushalte verlagern.»

In diesem Falle würde sichtbar werden, welche Regierungen finanzielle Verpflichtungen eingegangen seien, die sie nicht erfüllen könnten. «Irland gehört ganz oben auf die Liste», betonte Ferguson.

«Weltweit einmaliges Klumpenrisiko»

Blocher, Hayek und Levrat hatten letzten Freitag dafür plädiert, die Grossbanken wie die CS und die UBS zu redimensionieren (20 Minuten Online berichtete). Das Klumpenrisiko, das von den Grossbanken ausgehe, sei international einmalig, betonte Swatch-Group-Präsident Nicolas Hayek.

Es dürfe nicht mehr vorkommen, das Banken zu gross und zu bedeutungsvoll seien, um sie untergehen zu lassen, sagte Alt-Bundesrat Christoph Blocher. Während das Ziel klar sei, sei der Weg, um dahin zu gelangen, noch offen, präzisierte Blocher. Levrat forderte die Politik auf, der Schweizerischen Nationalbank (SNB) und der Finanzmarktaufsicht (Finma) den Rücken zu stärken. (mlu/dapd)

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