Aktualisiert 11.06.2015 16:35

Kreisgericht Wil

Rückenmassage endete fast in Vergewaltigung

Ein heute 22-jähriger Student soll versucht haben, eine Masseurin (49) bei einer Rückenmassage zu vergewaltigen. Am Freitag muss er vor Gericht.

von
taw
Das Gebäde des Kreisgerichtes Wil an der Bahnhofstrasse 12 in Flawil.

Das Gebäde des Kreisgerichtes Wil an der Bahnhofstrasse 12 in Flawil.

Zur versuchten Vergewaltigung soll es laut Anklageschrift am 10. August 2013 gekommen sein. Damals bot das Opfer, eine heute 49-Jährige, medizinische und Akupressur-Massagen und psychologische Beratung an. Sie hatte dafür eigens einen entsprechenden Raum im Erdgeschoss eines Mehrfamilienhauses eingerichtet. Einen Tag vor der versuchten Vergewaltigung hatten die Masseurin und der heute 22-jährige Beschuldigte einen Termin für eine psychologische Beratung ausgemacht. Tags darauf sollte eine Massage wegen angeblicher Rückenprobleme stattfinden.

Die Masseurin wusste bereits aus früheren Terminen mit dem Beschuldigten, dass dieser möglicherweise sexuelle Dienstleistungen von ihr wollte. Sie war dazu aber nicht bereit und sagte, wenn er Sex wolle, solle er gar nicht erst kommen.

Bis auf Boxershorts ausgezogen

Gegen 23.20 Uhr tauchte der Beschuldigte am 10. August zum vereinbarten Termin auf. Im Behandlungsraum einigten sich beide auf eine 20-minütige Rückenmassage für 50 Franken. Laut Anklageschrift zog sich der Beschuldigte sogleich bis auf seine Boxershorts aus und legte sich mit dem Bauch nach unten auf die Massageliege. Während der Massage unterhielten sich die beiden, unter anderem auch über die Beziehung des Beschuldigten mit seiner Freundin.

Nach der Massage legte sich der Beschuldigte auf den Rücken und begann plötzlich an seinen Genitalien herumzuspielen. Zudem fragte er die Masseurin, ob sie nicht Sex mit ihm haben wolle. Sie lehnte ab. Da zog er seine Boxershorts nach unten und bat sie mehrmals, ihm ein Schamhaar zu entfernen. Auch das wollte sie nicht. Er solle sich anziehen und gehen, sagte sie laut Anklage zu ihm.

So schnell liess sich der junge Mann sich aber nicht abspeisen. Es kam zu einem Handgemenge, bei dem sie vergeblich versuchte, sich zu wehren und ihn wegzustossen. Er fasste sie unter anderem am Oberkörper und an den Händen an und drängte sie gegen die Massageliege. Trotz heftiger Gegenwehr zog er ihr die Hose aus, drückte sie auf die Liege und versuchte zudem sie zu küssen und zu vergewaltigen.

Die Masseurin ihrerseits bemühte sich den Beschuldigten in ein Gespräch zu verwickeln, so dass er von seinem Vorhaben abliess. Sie erklärte ihm auch, sie müsse aufs Klo und habe gerade ihre Periode.

Freiheitsstrafe und Busse

Irgendwann liess der Beschuldigte tatsächlich von ihr ab. Daraufhin forderte die Masseurin ihn auf, sofort zu gehen, wie es in der Anklageschrift heisst. Sie wolle ihn nie wieder sehen und er solle sie auch nicht mehr anrufen. Er zog sich an, entschuldigte sich und legte die 50 Franken für die Rückenmassage hin. Um 23.55 Uhr war er weg.

Wegen der versuchten Vergewaltigung und Führens eines nicht betriebssicheren Fahrzeugs muss sich der Beschuldigten am Freitag vor dem Kreisgericht Wil verantworten. Ihm drohen eine Freiheitsstrafe von 18 Monaten bedingt und eine Busse ihn Höhe von 1200 Franken.

Solange keine rechtskräftige Verurteilung vorliegt, gilt die Unschuldsvermutung.

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