Rückfälliger Räuber wird verwahrt
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Rückfälliger Räuber wird verwahrt

Kaum aus dem Zuchthaus entlassen, hat ein Räuber seinen ex-Komplizen erpresst und einen Mann mit einem Messer verletzt.

Gemäss dem Urteil des Zürcher Bezirksgerichts vom Montag, wurde der 44-Jährige auf unbestimmte Zeit verwahrt.

Das Zürcher Obergericht verurteilte den Mann bereits 1980 wegen Mordversuchs zu neun Jahren Zuchthaus. Er floh und überfiel 1983 mit einem Komplizen ein Juweliergeschäft in Zürich. Bei Widerstand machte er rücksichtslos von der Schusswaffe Gebrauch. Das Zürcher Geschworenengericht verurteilte ihn 1984 wegen Mordversuchs und Lebensgefährdung zu weiteren 14 Jahren Zuchthaus.

Nach insgesamt 23 Jahren im Zuchthaus wurde er im Juli 2002 entlassen. Kaum in Freiheit suchte er seinen ehemaligen Komplizen auf und verlangte unter Drohungen 45 000 Franken aus der Beute. Dieser benachrichtigte die Polizei. Verhaftet wurde der Mann aber erst, nachdem er im September 2002 in St. Gallen einen Mann mit einem Messer verletzt hatte.

Das Bezirksgericht Zürich sprach ihn nun wegen Körperverletzung und versuchter Erpessung schuldig und verurteilte ihn zu 18 Monaten Gefängnis. Der Strafvollzug wurde aber zugunsten einer Verwahrung auf unbestimmte Zeit aufgeschoben. Das Gericht sah dies gemäss dem schriftlichen Urteil als einzige geeignete Massnahme an.

Mit dem Urteil folgte das Bezirksgericht dem Antrag der Anklage und den Empfehlungen des psychiatrischen Gutachtens. Der Angeklagte sei ein "Psychopath" und "geistig gestörter Gewaltkrimineller", von dem eine sehr hohe Rückfallgefahr ausgehe, hiess es darin.

Der Verteidiger verlangte vergeblich einen Freispruch. Er sprach von einem "Beschimpfungsgutachten" und warf der Psychiaterin Nähe zum umstrittenen Verein zur Förderung der Psychologischen Menschenkenntnis (VPM) vor, was das Gericht als nicht erwiesene Behauptung zurückwies.

(sda)

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