Modellversuch: Rückfallgefährdete Straftäter besser erkennen

Aktualisiert

ModellversuchRückfallgefährdete Straftäter besser erkennen

Die Gefahr von Rückfällen insbesondere bei Gewalt- und Sexualstraftätern soll besser als bisher erkannt und eingedämmt werden.

Das Amt für Justizvollzug des Kantons Zürich startet das neue Projekt «Risikoorientierter Sanktionenvollzug (ROS)», um alle Fälle mit erhöhtem Risiko frühzeitig und flächendeckend zu erfassen, wie die kantonalzürcherische Direktion der Justiz und des Innern am Montag mitteilte.

Neben Zürich beteiligen sich auch die Kantone St. Gallen, Thurgau und Luzern am Modellversuch, der rund 7,4 Millionen Franken kostet und vom Bund zu 30 Prozent mitfinanziert wird.

In rund 650 Fällen mit besonders hohem Rückfallrisiko soll eine gezielt ausgerichtete Interventionsplanung dafür sorgen, dass Risiken erkannt und die Vollzugsplanung entsprechend gestaltet werden kann.

Das Projekt ROS sieht eine standardisierte und systematische Vorgehensweise vor mit einem umfassenden Risiko-Management bereits ab Beginn des Vollzugs. Die auf den individuellen Fall zugeschnittene Vollzugsplanung soll in Zusammenarbeit mit allen am Vollzug beteiligten Berufsgruppen und Institutionen erfolgen, also mit Vollzugsbehörden, Strafanstelt, Gefängnissen, Massnahmenzentren, Therapieeinrichtungen und Bewährungshilfe. Die Zusammenarbeit der am Strafvollzug Beteiligten soll damit noch enger werden als bisher.

Der Modellversuch startet im Mai dieses Jahres und wird bis 2013 dauern. Bis 2015 sollen die Ergebnisse wissenschaftlich ausgewertet und in einem Schlussbericht veröffentlicht werden. (dapd)

Deine Meinung