Rückschaffungs-Stopp nach Sri Lanka
Aktualisiert

Rückschaffungs-Stopp nach Sri Lanka

Angesichts des Eskalation der Gewalt in Sri Lanka ruft die Schweizerische Flüchtlingshilfe (SFH) die Behörden auf, vorläufig keine Menschen mehr dorthin zurückzuschaffen. Ausreisefristen von bereits Abgewiesenen sollen bis auf weiteres verlängert werden.

Ausserdem müsse die Einreise in die Schweiz möglichst unbürokratisch gestaltet werden, schreibt die SFH in einem Communiqué vom Dienstag. Asylgesuche auf der Schweizer Botschaft in Colombo sollen vom Bundesamt für Migration (BFM) prioritär und zügig behandelt werden.

Beim Grossteil der Flüchtlinge die in die Schweiz kämen, handle es sich um Tamilen aus den Kriegsgebieten im Norden oder Osten des Landes. Für diese Menschen gebe es im Moment keine Fluchtalternative.

Akut gefährdet

Nicht nur in den Kriegsgebieten sondern auch in andern Teilen des Landes seien sie nicht mehr sicher. «Zurückgewiesene Personen werden mit hoher Wahrscheinlichkeit einer akuten Gefährdung ausgesetzt», sagte SFH-Sprecher Yann Golay gegenüber der Nachrichtenagentur SDA.

Nach der Aufkündigung des Waffenstillstandes hätten die Kampfhandlungen in Sri Lanka weiter zugenommen. Der Friedensprozess auf der Insel sei gescheitert. Bereits seien zwischen einer halben und einer Million Menschen vertrieben worden. Das SFH geht davon aus, dass diese Zahl weiter steigt.

Trotz des Waffenstillstand-Endes hält die Schweiz an ihrer bisherigen Rückschaffungs-Praxis fest. Die Situation vor Ort werde sehr genau beobachtet, sagte BFM-Sprecher Jonas Montani: «Es ist grundsätzlich weiterhin möglich, abgewiesene Flüchtlinge nach Sri Lanka zurückzuschaffen». Die Zahl der Rückschaffungen sei im vergangenen Jahr mit acht Personen jedoch gering gewesen.

Mehr Asylgesuche

Wegen des Krieges sind im vergangenen Jahr die Asylgesuche aus Sri Lanka in die Schweiz markant gestiegen. Bis Ende November beantragten 570 Personen Asyl - fast doppelt so viele wie 2006.

Gemäss Ausländerstatistik leben hierzulande rund 32 000 Tamilen; Laut BFM sind davon rund 2300 Menschen in einem Asylverfahren oder wurden vorläufig aufgenommen. Der Rest hat eine Aufhalts- oder Niederlassungsbewilligung. Die Gesamtzahlen für 2007 liegen noch nicht vor. (sda)

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