Rückschlag für Bayrou
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Rückschlag für Bayrou

Drei Wochen vor der ersten Runde der Präsidentschaftwahl in Frankreich hat der liberale Kandidat François Bayrou die Unterstützung des einzigen Kabinettsmitgliedes seiner Partei UDF verloren.

Bildungsminister Gilles de Robien erklärte in einem Zeitungsinterview seine Unterstützung für den Konservativen Nicolas Sarkozy. Er sei die schwammige Positionierung Bayrous leid, sagte Robien der Wochenzeitung «Le Journal du Dimanche», wie diese am Samstag vorab berichtete. Robien warf Bayrou vor, «vage» und «widersprüchlich» über seine künftigen politischen Allianzen Auskunft zu geben.

«Seit mittlerweile zwei Jahren frage ich ihn unentwegt dieselben Fragen: Gehört er zur Linken oder zur Rechten? Mit wem wird er regieren, wenn er gewählt wird?» sagte Robien, der ein langjähriger Unterstützer Bayrous ist und 2002 sogar dessen Wahlkampf leitete. «Ich habe nie eine andere Antwort erhalten als: 'Das werden wir sehen, wenn es soweit ist.'»

Bayrou hat sich im Wahlkampf als «dritter Mann» neben dem bürgerlichen Sarkozy und der Sozialistin Segolene Royal positioniert. Eine Zeit lang hatte es so ausgesehen, als könne er damit Royal gefährlich werden und an ihrer Stelle in die Stichwahl gegen Sarkozy einziehen, der in den Meinungsumfragen den Spitzenplatz einnimmt. Inzwischen ist Bayrou in den Umfragewerten jedoch gegen die Sozialistin zurückgefallen.

(sda)

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