National League A: Rückschlag für den SCB im Playoff-Rennen
Aktualisiert

National League ARückschlag für den SCB im Playoff-Rennen

Der SC Bern muss im Rennen um die Playoffs gegen Fribourg einen 2:3-Dämpfer hinnehmen. Lausanne zieht durch den 4:2-Sieg gegen Biel wieder an den Mutzen vorbei.

Der erste Sieg von Fribourg nach drei Niederlagen war verdient - wegen zahlreicher Verletzter spielte das Heimteam nur mit sechs Verteidigern und elf Stürmern. Vor allem das zweite Drittel hatte Gottéron klar dominiert, Zählbares schaute jedoch nicht heraus. Das Verpasste holten die Gastgeber in der 51. Minute mit zwei Toren innerhalb von 18 Sekunden nach, wobei beide Tore durch Verteidiger erzielt wurden. Zuerst traf Anthony Huguenin, dann Joel Kwiatkowski. Der Anschlusstreffer der Berner durch Joel Vermin fiel erst eine Sekunde vor dem Ende. Dies auch deshalb, weil der Freiburger Goalie Kevin Huber, der erneut den verletzten Benjamin Conz ersetzte, diesmal ein tadellose Leistung zeigte. In seinen ersten 75:38 Spielminuten in dieser Saison hatte er nicht weniger als zehn Gegentreffer erhalten.

Zu Beginn des Spiels hatten die Gäste den Schwung vom 4:2-Sieg gegen Ambri am Vortag mitgenommen. Sie waren klar besser und gingen in der 11. Minute durch den früheren Freiburger Junior Christoph Bertschy in Führung. Zwei Sekunden vor der ersten Sirene gelang Fribourg dank Sandro Brügger jedoch der Ausgleich.

Die Partie wurde überschattet von einem tragischen Unfall. In der 39. Minute blieb der Berner Verteidiger David Jobin, der seit der Saison 1998/1999 für den SCB spielt, nach einem harten Check von Adrien Lauper regungslos liegen. Nach einer minutenlangen Behandlung wurde er mit einer Halskrause auf einer Bahre ins Spital gebracht - das Drittel wurde vorzeitig abgebrochen. Laut einer ersten Diagnose soll Jobin «bloss» eine Hirnerschütterung erlitten haben. Jedenfalls konnte er in der Zwischenzeit alles wieder bewegen.

Lakers verlangen Ambri alles ab

Zweimal führte Rapperswil-Jona in der Valascia, der doppelte Vorteil genügte dennoch nicht. Im Penaltyschiessen scheiterten vier von fünf St. Gallern. Entsprechend gross war ihr Frust über den achten Fehltritt in Folge. Sie hatten leichtfertig einen weitaus höheren Ertrag verpasst.

So sehr sich das Playoff-Comeback Ambris nach achtjähriger Absenz abzeichnet, vom Schwung der besten Qualifikations-Tage ist bei den Leventinern nicht mehr viel übrig geblieben. Der Überraschungseffekt ist verpufft, die während Wochen forcierten Leader und Skorer traten selbst im Duell mit dem limitierten Tabellenletzten Rapperswil-Jona in der regulären Spielzeit kaum in Erscheinung.

Die Gäste begingen in der ersten Spielhälfte weniger Fehler als die enttäuschenden Tessiner und profitierten von Abprallern des Ambri-Keepers Zurkirchen. Heitzmann verschaffte den Lakers mit zwei Skorerpunkten einen 3:1-Vorteil, der ihnen allerdings innerhalb von vier Minuten wieder entglitt.

Zum grossen Umschwung setzten die Einheimischen indes nicht an. Ihre Druckphase flaute überraschend schnell wieder ab. Der Rapperswiler Weltmeister Danielsson erzwang gar eine weitere Führung der Gäste (44.). Die Qualität, die knappe Reserve erfolgreich zu verteidigen, fehlte den Lakers allerdings.

Daniele Grassi mit dem 4:4 (54.) und Zurkirchen mit seinem «Big Save» Sekunden vor dem Ende der Overtime ersparten den «Biancoblu» eine blamable Heimniederlage gegen den Dauerverlierer des Championats.

Déruns schiesst Lausanne zu wichtigem Sieg

Der Mann des Spiels war Thomas Déruns. Der frühere Schweizer Internationale erzielte die Treffer zum 2:2 (53.) und 3:2 (55.) - den Ausgleich hätte der Bieler Goalie Lukas Meili allerdings verhindern müssen. Überhaupt befindet sich Déruns derzeit in ausgezeichneter Form, war er doch an den letzten vier Siegen von Lausanne entscheidend beteiligt. Beim 3:1 in Bern und 3:1 gegen Zug hatte er ebenfalls das Game-Winning-Goal geschossen. Zudem hatte er zuvor beim 2:1-Erfolg gegen die ZSC Lions den Assist zum zweiten Treffer gegeben. Insgesamt hat Déruns nun neun Saisontore auf seinem Konto. In der 57. Minute machte Juha-Pekka Hytönen mit einem Schuss ins leere Tor alles klar, so dass Lausanne nach zwei Niederlagen auf die Siegestrasse zurückkehrte.

Das 2:2 von Déruns war gleichbedeutend mit dem ersten Torschuss der Gastgeber in den letzten 20 Minuten gewesen. Vor dem Ausgleich hatten die Bieler im Schlussdrittel klar dominiert und waren durch einen Powerplay-Treffer von Ahren Spylo verdient in Führung gegangen. Der Kanadier beendete damit eine neun Partien dauernde Torflaute. In der 51. Minute traf der Seeländer Captain Mathieu Tschantré nur den Pfosten. So kassierte Biel die achte Niederlage in den letzten neun Spielen.

Von Arx' narrt Lugano

Für eine im weiteren Verlauf der Saison womöglich massgebliche Szene sorgte im letzten Drittel Reto von Arx. Der langjährige HCD-Steuermann, zuvor kaum positiv aufgefallen, schüttelte mehrere Gegenspieler ab und hob die Scheibe backhand in die hohe Ecke. Vier Runden vor Schluss rückte Davos dank der magistralen Aktion des 37-jährigen Altmeisters auf Kosten der «Bianconeri» auf Position 4 vor.

Die Bündner demonstrierten im Tessin nicht nur im von Walker angezettelten Box-Kampf Nehmerqualitäten. Sie liessen sich vom frühen Sturmlauf der aufgeputschten Einheimischen nicht beeindrucken. Obschon der HCL sich zweimal einen Vorteil erspielte, erzwang Arno Del Curtos personell nach wie vor erheblich dezimierte Equipe das Comeback.

In der zweimal prekären Lage hielten die Leader dem Druck stand. Zunächst markierte Lindgren das 1:1, Maurers Tor beantwortete Olympia-Teilnehmer Ambühl mit dem erneuten Ausgleich - er profitierte dabei von einem Lapsus Schlumpfs' und der Vorarbeit des smarten tschechischen Rückkehrers Petr Taticek.

ZSC stoppt Zug

Unmittelbar vor der mehrwöchigen Olympia-Pause sorgte für einmal sorgte ein Professional aus der zweiten oder eher dritten Zürcher Reihe für den entscheidenden Unterschied: Daniel Schnyder markierte in der 19. Minute mit seinem ersten Treffer im 45. Spiel der Saison das kursweisende 1:0, ehe Topskorer Roman Wick Sekunden vor Schluss den Puck ins leere Tor schob.

Der EVZ hatte der Nummer 1 der Liga, die auf die verletzten Ausländer Shannon und Bergeron verzichten musste, erbittert Widerstand geleistet. An einer weiteren Zürcher Gala waren die Innerschweizer nicht interessiert und wählten vorzugsweise robuste Stilmittel, um die mit Abstand beste Offensive der NLA zu stoppen.

Dass sich die Mehrheit der 9139 Zuschauer schon nach einem Drittel mit Pfiffen über die destruktive Strategie der Gäste beschwerten, war zwar nachvollziehbar, störte den Aussenseiter aber nicht. Er belegte mit seinem hartnäckigen Auftritt die unübersehbaren Fortschritte der letzten Wochen, investierte aber zu wenig in den Angriff.

So einfach wie vor dem Jahreswechsel war die Abwehr Zugs nicht mehr auszuspielen - auch vom souveränen Leader nicht. Die markante Steigerung kommt aber mutmasslich zu spät, weil eben zumindest einer der unmittelbar vor dem EVZ positionierten Konkurrenten immer wieder punktet. Der Vorsprung von Lausanne (4:2 gegen Biel) beträgt acht Zähler.

Fribourg - Bern 3:2 (1:1, 0:0, 2:1)

BCF Arena.- 6700 Zuschauer (ausverkauft). - SR Kämpfer/Reiber, Mauron/Tscherrig. -

Tore: 11. Bertschy (Martin Plüss, Olesz) 0:1. 20. (19:58) Brügger (Mauldin, Lauper) 1:1. 51. (50:24) Huguenin (Mauldin) 2:1. 51. (50:42) Kwiatkowski (Ngoy) 3:1. 60. (59:59) Vermin (Roche, Martin Plüss/Ausschluss Helbling) 3:2 (ohne Goalie). -

Strafen: 5mal 2 Minuten gegen Fribourg, 3mal 2 Minuten gegen Bern. -

PostFinance-Topskorer: Benny Plüss; Martin Plüss.

Fribourg: Huber; Ngoy, Kwiatkowski; Abplanalp, Helbling; Birbaum, Huguenin; Mauldin, Pouliot, Benny Plüss; Stewart, Brügger, Monnet; Mottet, Hasani, Vauclair; Lauper, Ness.

Bern: Bührer; Kinrade, Gerber; Roche, Kreis; Krueger, Jobin; Wellinger; Bertschy, Martin Plüss, Olesz; Vermin, Gardner, Scherwey; Lehtonen, Dostoinow, Domenichelli; Pascal Berger, Rubin, Alain Berger; Rüthemann.

Bemerkungen: Fribourg ohne Conz, Sprunger, Dubé, Schilt, Miettinen, Bykow und Jeannin. Bern ohne Randegger, Furrer und Ritchie (alle verletzt). - 23. Lattenschuss Huguenin. - 39. Jobin verletzt ausgeschieden, danach Drittel vorzeitig beendet. - Timeout Bern (57:34), danach bis am Ende ohne Bührer.

Ambri-Piotta - Rapperswil-Jona Lakers 5:4 (1:1, 2:2, 1:1, 0:0) n.P.

Valascia. - 5287 Zuschauer. - SR Rochette/Popovic, Müller/Wüst. -

Tore: 7. Nordlund (Pestoni, Duca) 1:0. 10. Nodari (Ausschlüsse Williams, Sidler) 1:1. 26. Heitzmann (Jörg, Geyer) 1:2. 28. Jörg (Heitzmann) 1:3. 32. Grieder (Schlagenhauf) 2:3. 36. Noreau (Duca, Chavaillaz) 3:3. 44. Danielsson (Wichser) 3:4. 54. Grassi (Schlagenhauf, Sidler) 4:4. -

Penaltyschiessen: Williams -, Jörg -; Giroux 1:0, Heitzmann -; Pestoni -, Wichser -; Steiner -, Danielsson 1:1; Duca 2:1, Sejna -. -

Strafen: 6mal 2 Minuten gegen Ambri, 7mal 2 Minuten gegen Rapperswil-Jona. -

PostFinance-Topskorer: Giroux; Sejna.

Ambri-Piotta: Zurkirchen; Gautschi, Nordlund; Noreau, Chavaillaz; Trunz, Sidler; El Assaoui, Grieder; Grassi, Schlagenhauf, Bianchi; Pestoni, Williams, Giroux; Steiner, Reichert, Pedretti; Incir, Duca, Lhotak.

Rapperswil-Jona: Aebischer; Walser, Gmür; Nodari, Sven Berger; Geiger, Geyer; Grigioni, Valentin Lüthi; Danielsson, Wichser, Sejna; Friedli, Hürlimann, Rizzello; Jörg, Heitzmann, Hüsler; Frei, Neukom.

Bemerkungen: Ambri ohne Fabian Lüthi, Park, Miéville (alle verletzt), Kobach (krank), Rapperswil-Jona ohne Persson, Camenzind, Murray, Nils Berger, Thibaudeau (alle verletzt). 55. Timeout von Rapperswil-Jona.

Lausanne - Biel 4:2 (1:0, 0:1, 3:1)

Malley. - 7391 Zuschauer. - SR Koch/Stricker, Arm/Küng. -

Tore: 14. Neuenschwander (Froidevaux, Seydoux/Ausschluss Gossweiler) 1:0. 21. (20:57) Bourque (Trutmann/Ausschluss MacMurchy!) 1:1. 51. Spylo (Kamber/Ausschluss Hytönen) 1:2. 53. Déruns (Jannik Fischer, Lardi) 2:2. 55. Déruns (Hytönen, Stalder/Ausschluss Gossweiler) 3:2. 57. Hytönen (Setzinger/Ausschlüsse Conz; Spylo) 4:2 (ins leere Tore). -

Strafen: 4mal 2 Minuten gegen Lausanne, 6mal 2 Minuten gegen Biel. -

PostFinance-Topskorer: Hytönen; Spylo.

Lausanne: Huet; Gobbi, Leeger; Stalder, Seydoux; Jannik Fischer, Lardi; Reist, Morant; Setzinger, Hytönen, Simon Fischer; Fleury, Froidevaux, Neuenschwander; Conz, Savary, Déruns; Antonietti, Genazzi.

Biel: Meili; Jecker, Bell; Moser, Trutmann; Cadonau, Untersander; Rouiller, Gossweiler; Bourque, Kamber, Wieser; Tschantré, Haas, Wetzel; MacMurchy, Peter, Spylo; Burkhalter, Kellenberger, Herburger.

Bemerkungen: Lausanne ohne Genoway, Augsburger, Bürki, Gailland (alle verletzt) und Bang (krank). Biel ohne Beaudoin, Ehrensperger, Gloor, Joggi und Ulmer (alle verletzt). - 4. Burkhalter verletzt ausgeschieden. - 51. Pfostenschuss Tschantré. - Timeout Biel (57.). - Biel von 56:17 bis 56:44 ohne Goalie.

Lugano - Davos 2:3 (0:0, 2:2, 0:1)

Valascia. - 6771 Zuschauer. - SR Kurmann/Wehrli, Fluri/Kaderli. -

Tore: 22. Fazzini (Micflikier, McLean) 1:0. 27. Lindgren (Paulsson) 1:1. 34. Maurer (Fazzini) 2:1. 38. Ambühl (Taticek) 2:2. 45. Reto von Arx (Bürgler) 2:3. -

Strafen: 3mal 2 plus 10 Minuten (Walker) gegen Lugano, 4mal 2 plus 2mal 10 Minuten (Koistinen, Grossmann) gegen Davos. -

PostFinance-Topskorer: McLean; Paulsson.

Lugano: Merzlikins (60. Flückiger); Hirschi, Maurer; Vauclair, Ulmer; Heikkinen, Blatter; Kparghai, Schlumpf; Walker, McLean, Micflikier; Rüfenacht, Metropolit, Murray; Reuille, Walsky, Kienzle; Fazzini, Sannitz, Simion.

Davos: Genoni; Schneeberger, Forster; Guerra, Koistinen; Paschoud, Grossmann; Jan von Arx; Ambühl, Walser, Taticek; Bürgler, Lindgren, Paulsson; Ryser, Reto von Arx, Wieser; Aeschlimann, Corvi, Sieber.

Bemerkungen: Lugano ohne Dal Pian, Kostner, Pettersson, Manzato (alle verletzt), Conne (krank), Davos ohne Hofmann, Back, Sciaroni, Rizzi, Schommer, Guggisberg (alle verletzt), Kutlak (überzählig). 5. Pfostenschuss von Micflikier. 43. Pfostenschuss von Taticek. 60. (59:55) Timeout von Lugano, ab 59:35 ohne Torhüter.

ZSC Lions - Zug 2:0 (1:0, 0:0, 1:0)

Hallenstadion. - 9139 Zuschauer. - SR Eichmann/Prugger, Abegglen/Rohrer. -

Tore: 19. Schnyder (Kenins/Ausschlüsse Schnyder; Erni) 1:0. 60. (59:06) Wick (Keller) 2:0 (ins leere Tor). -

Strafen: 7mal 2 Minuten gegen den ZSC, 10 mal 2 plus 10 Minuten (Lüthi) gegen Zug.

ZSC Lions: Flüeler; Stoffel, Geering; Blindenbacher, Daniel Schnyder; Seger, Hächler; Nilsson, Cunti, Wick; Bärtschi, Trachsler, Kenins; Baltisberger, Fritsche, Schäppi; Keller, Senteler, Bastl.

Zug: Tobler; Chiesa, Ramholt; Hutchinson, Alatalo; Fischer, Erni; Lüthi, Blaser; Suri, Holden, Fabian Schnyder; Christen, Schremp, Lammer; Earl, Sutter, Martschini; Bertaggia, Diem, Lindemann.

Bemerkungen: ZSC ohne McCarthy, Shannon, Bergeron (alle verletzt), EVZ ohne Casutt, Kilpeläinen (beide verletzt). Pfostenschüsse von Kenins (9.), Seger (14./53.), Nilsson (24.). Zug ab 58:48 bis 59:06 ohne Goalie.

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