Sri Lanka: Rückschlag für die Tamil Tigers
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Sri LankaRückschlag für die Tamil Tigers

Im Kampf gegen tamilische Rebellen hat die Armee Sri Lankas die Kontrolle über den strategisch wichtigen Elefanten-Pass übernommen. Präsident Mahinda Rajapakse sprach von einem «historischen Sieg».

Der Elefanten-Pass ist der einzige landseitige Zugang zur Halbinsel Jaffna. Die Befreiungstiger von Tamil Eelam (LTTE) seien vollständig vom Pass vertrieben worden und die Sicherheitskräfte seien dabei, die Kontrolle über das dahinter liegende Gebiet zu gewinnen, sagte Rajapakse am Fernsehen.

Der Pass führt über eine schmale 142 Kilometer lange Landzunge zur Halbinsel Jaffna im Norden des Landes und war 2000 von der LTTE eingenommen worden. Die Rebellen kommentierten die Niederlage zunächst nicht. Die Armee hatte vor einer Woche bereits die De-Facto-Hauptstadt der Tamilen-Rebellen, Kilinochchi, eingenommen.

Anschlag auf Bus

Mindestens vier Zivilisten und drei Sicherheitskräfte wurden am Freitag im Nordosten Sri Lankas bei einer Explosion getötet. Nach Armeeangaben fuhr der Minibus im Bezirk Trincomalee auf eine Mine. Sechs Menschen wurden verletzt.

Der LTTE-nahe Internetdienst TamilNet berichtete, dass bei Kilinochchi am Donnerstag mindestens sieben Zivilisten durch Artilleriebeschuss des Militärs getötet worden seien. Unter den Opfern seien auch zwei Kinder.

Demnach schlugen die Granaten wenige Meter neben einem Spital ein. Die Armee äusserte sich nicht. Unabhängige Bestätigungen von Angaben der Konfliktparteien in Sri Lanka gibt es nicht.

Proteste gegen Mord an Journalisten

In Colombo protestierten Bürgerrechtler und Medienvertreter gegen den Mord an einem Journalisten. Der 51-jährige Redakteur der Zeitung «Sunday Leader» war am Donnerstag in der Hauptstadt erschossen worden.

Der «Sunday Leader» hatte mehrfach kritisch über die Militäroffensive berichtet. Das US-Aussenministerium und die EU- Kommission riefen die Behörden auf, schnell und transparent im Fall zu ermitteln.

Ziel: LTTE vernichten

Am Mittwoch war die LTTE formal verboten worden. Die hinduistischen Tamilen kämpfen seit 36 Jahren für einen unabhängigen Staat im Norden Sri Lankas. Seit 1972 starben etwa 80 000 Menschen durch den Konflikt. In Sri Lanka stellen die buddhistischen Singhalesen 75 Prozent der Bevölkerung.

Nach der Aufkündigung eines Waffenstillstands im vergangenen Januar hatte die Armee eine Grossoffensive gestartet. Vor einer Woche erklärte ein Armeesprecher, Ziel sei, die LTTE «im Laufe des Jahres 2009» militärisch zu zerschlagen.

Die LTTE kontrolliert aber noch grosse Gebiete im Nordosten der Insel im Indischen Ozean. Zudem soll sie über schwere Waffen und tausende Kämpfer verfügen.

(sda)

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