Axpo Super League: Rückschlag für FCB - Wütende GC-Fans
Aktualisiert

Axpo Super LeagueRückschlag für FCB - Wütende GC-Fans

Der FCB kommt bei Xamax nicht über ein 2:2 hinaus und liegt nur noch einen Punkt vor dem FCZ. GC unterliegt St. Gallen zu Hause mit 1:3 und muss den Fans Rede und Antwort stehen.

Das 2:2 in Neuenburg hatte sich der FCB in erster Linie selber zuzuschreiben. Der mehrheitlich überlegene Leader liess sich in der 92. Minute eine 2:1-Führung entreissen. Diskussionen lösten aber vor allem zwei Offside-Positionen aus.

Als der FCB die Partie längst kontrollierte und Xamax kaum mehr existierte, sorgte der Joker Raphael Nuzzolo in der Nachspielzeit für den eigentlichen Coup der 29. Runde. Er trickste Dragovic und Keeper Costanzo aus spitzem Winkel aus. Deshalb war Alex Freis 20. Saisontor (73.) quasi nur noch die Hälfte wert.

Das späte 2:2 kommt für den Titelhalter einer schweren Enttäuschung gleich. Ohne Not verspielte der FCB nach einer dominanten zweiten Hälfte ein gutes Ergebnis. Dem 3:3 in Bern folgten zwei Unentschieden gegen die Abstiegskandidaten GC und Xamax. Deshalb beträgt die einst komfortable Reserve gegenüber Zürich nur noch einen Punkt. Am kommenden Wochenende droht dem FCB gegen YB sogar das vierte Remis in Serie.

Die ersten beiden Treffer hatten in der Maladière minutenlange Proteste ausgelöst. Die Neuenburger beschwerten sich zu Recht über eine doppelte Offside-Position. Nach einem Freistoss standen mehrere FCB-Professionals abseits. Und bei der 2:1-Situation passte Streller zum «falsch» vor ihm postierten Stocker.

Kurz vor der Pause wiederholte sich die Geschichte quasi mit vertauschten Rollen: Die Bebbi mochten nicht wahrhaben, dass der Schiedsrichter Ludovic Gremaud das Tor von Niasse (45.) nicht annullierte. Der Assistent hatte zuvor mit seiner Flagge ein Offside angezeigt, wurde aber von Gremaud überstimmt. Mehrere Basler, unter ihnen der verärgerte Coach Thorsten Fink, umringten den Referee. Die TV-Bilder zeigten, dass ein FCB-Akteur den Pass nur leicht touchierte - der Ausgleich war gleichwohl gültig.

Das Duell verlief nicht nur der heftigen Debatten und des spektakulären Schlusspunkts der Neuenburger wegen turbulent. Xamax hatte den Leader vor allem in der ersten Hälfte vor diverse heikle Probleme gestellt. Tréand und Almerares vergaben hochprozentige Chancen. Speziell der frühere FCB-Stürmer stand in der 23. Minute dicht vor dem ersten Vorteil der Gastgeber: Steinhöfer wehrte den Lob von Almerares auf der Linie mit einer akrobatischen Einlage ab.

Die Nerven der aller Beteiligter lagen mehrfach blank. Für Fink endete der Abend gar auf der Tribüne. Nach einem überharten Foul Binyas gegen Safari sprintete der entnervte FCB-Coach aufs Feld. Er habe nur schlichten wollen, begründete Fink hinterher - der Schiedsrichter beurteilte den Sturm aufs Feld indes anders und wies den Deutschen aus der Coachingzone.

«Der Schiedsrichter hatte nicht seinen besten Tag.» Damit lag Fink bestimmt nicht ganz falsch. Nur galt das für seine Mannschaft wohl auch.

GC taumelt ins sportliche Offside

GC hat gegen St. Gallen eine womöglich fatale 1:3-Heimniederlage erlitten. Das Team von Ciriaco Sforza verspielte einen frühen 1:0-Vorsprung und stürzte ans Ende der ASL-Tabelle ab.

Für Oscar Scarione haben die St. Galler gutes Geld investiert. Der frühere Regisseur des FC Thun hat im bislang wohl wichtigsten Spiel der Ostschweizer Spuren des Erfolgs hinterlassen: Der Argentinier führte seine Equipe gegen den abgestürzten Rekordmeister mit drei Skorerpunkten vom 0:1 zum 3:1. Sein Treffer zum 2:1 - nach perfekter Vorlage Langs - drängte GC endgültig in den Abgrund.

Am Tag, an welchem GC den baldigen Führungswechsel veröffentlichte und sich die neue Crew um den designierten Präsidenten Roland Leutwiler offiziell formierte, sackte der frühere Renommierverein noch tiefer in den Schlamassel. Die Mitglieder des «Owner Clubs» mussten im halb leeren Stadion machtlos mitansehen, wie das Team von Ciriaco in der Rückrunde erstmals wieder ans Ende der Tabelle der Axpo Super League abrutschte.

Monatelang hatte Davide Callà gefehlt. Nun ist er im Team der Hoppers wieder zum Faktor aufgestiegen. In der 6. Minute ermöglichte er mit seinem vierten Saisontor GC den Wunschstart. Für eine nachhaltige Beruhigung der sportlich ungemütlichen Lage genügte der gelungene Auftakt allerdings nicht - im Gegenteil.

Die Ostschweizer drehten unter Druck markant auf. Nico Abegglen, der mit grossem Abstand beste Stürmer auf dem Platz, erzwang kurz vor der Pause den Ausgleich. Wenig später trennten ihn wenige Zentimeter vor dem zweiten Treffer, ehe Scarione Verpasstes nachholte (64.). Eine Reaktion der Hoppers blieb aus. Ihnen fehlte das Format und nach der gelb-roten Karte gegen Pavlovic (76.) in der Schlussphase auch das nötige Personal zum Comeback.

GC wurde von einer Equipe im eigenen Stadion ausgespielt, die zuvor gegen die Stadtzürcher fünfmal in Serie verloren hatte und im Championat seit dem Jahreswechsel an letzter Stelle klassiert war. Von der Zürcher Euphorie des starken Auftritts in Basel (2:2) ist nach dieser fatalen Heimniederlage nichts mehr übrig. GC taumelt schweren Zeiten entgegen. Sogar der Fall in die Zweitklassigkeit wird nun ernsthaft zum Thema.

GC-Fans erzwingen Aussprache

Die fatale Heimniederlage gegen FC St. Gallen, zuvor gegen die Zürcher fünfmal in Serie ohne Punktgewinn, löste beim Anhang der Hoppers wüste Proteste aus. Coach Ciriaco Sforza musste die Equipe zur Beruhigung der Fans nochmals aufs Feld schicken. Die Entschuldigung der Spieler kam nicht an. Dutzende der verärgerten Anhänger verliessen das Areal nicht und beschimpften die enttäuschenden Professionals.

Luzerner Negativserie dauert an

Gegen Thun kassierte der «Wintermeister» beim 0:1 die siebte Niederlage im elften Spiel der Rückrunde.

Nicht ganz zu Unrecht verlor das nun auch statistisch schwächste Team der Rückrunde (erst zwei Siege) ein weiteres Mal, ist seit dem 12. März und nun fünf Spielen ohne Vollerfolg. Die Chance, die Partie in die gewünschten Bahnen zu lenken, besass Luzern durchaus. In der 48. Minute wehrte Thuns Goalie David Da Costa einen Foulpenalty von Luzerns Captain Michel Renggli an den Pfosten, von dort prallte der Ball zurück ins Feld, wo Renggli den Nachschuss um einen Schritt verpasste.

Die "Strafe" dafür folgte praktisch postwendend. Thun, das wie Luzern zuvor vier Spiele in Folge nicht mehr gewonnen hatte, kam durch ein kurioses Freistosstor zum 1:0. Benjamin Lüthi liess den gegnerischen Goalie David Zibung mit dem nicht allzu harten Schuss in die nahe Torecke wenig vorteilhaft aussehen.

Axpo Super League, 29. Runde

Neuchâtel Xamax - Basel 2:2 (1:1)

Maladière. - 5450 Zuschauer. - SR Gremaud.

Tore: 24. Stocker (Streller) 0:1. 45. Niasse 1:1. 73. Frei (Stocker) 1:2. 92. Nuzzolo (Gelabert) 2:2

Neuchâtel Xamax: Ferro; Mveng, Gelabert, Page, Paito; Dampha (69. Nuzzolo), Binya; Ismaeel (84. Gohou), Niasse (84. Wüthrich), Tréand; Almerares.

Basel: Costanzo; Steinhöfer, Abraham, Dragovic, Safari; Tembo (62. Zoua), Yapi (68. Chipperfield), Huggel, Stocker; Streller, Frei (89. Granit Xhaka).

Bemerkungen: Xamax ohne Besle (gesperrt), Geiger (verletzt), Keller (krank), FCB ohne Shaqiri (verletzt). 69. Freistoss von Frei an die Latte. 54. Platzverweis gegen Fink (Reklamieren). Verwarnungen: 25. Gelabert (Reklamieren), 27. Ismaeel (Foul), 45. Streller (Reklamieren), 53. Binya (Foul).

Luzern - Thun 0:1 (0:0)

Gersag, Emmenbrücke. - 7140 Zuschauer. - SR Busacca.

Tor: 51. Lüthi (Freistoss) 0:1.

Luzern: Zibung; Urtic (76. Mavembo), Veskovac, Puljic, Lustenberger; Renggli, Kukeli; Ianu, Gygax, Ferreira (84. Fanger); Siegrist (69. Zverotic).

Thun: Da Costa; Lüthi, Schindelholz, Matic, Schneider; Neumayr, Bättig, Demiri, Glarner (46. Wittwer); Sanogo (63. Reinmann); Proschwitz (79. Lezcano).

Bemerkungen: Luzern ohne Bühler, Prager (beide gesperrt), Bento, Lukmon, Pacar, Paiva, Sorgic, Wüthrich und Yakin (alle verletzt), Thun ohne Klose, Taljevic (beide gesperrt), Hediger und Schirinzi (beide verletzt). 48. Da Costa lenkt Foulpenalty von Renggli an den Pfosten. Verwarnungen: 48. Schneider (Foul). 62. Lüthi (Foul). 70. Puljic (Hands). 73. Renggli (Foul). 92. Veskovac (Foul).

Grasshoppers - St. Gallen 1:3 (1:1)

Letzigrund. - 6900 Zuschauer. - SR Laperrière.

Tore: 6. Callà (Zuber) 1:0. 42. Abegglen (Scarione) 1:1. 63. Scarione 1:2 (Lang) 1:2. 78. Frei (Scarione) 1:3.

Grasshoppers: Bürki; Menezes, Colina, Vallori, Pavlovic; Salatic, Toko; Callà, Rennella (58. Abrashi), Zuber (73. Adili); Frick (44. Emeghara).

St. Gallen: Lopar; Lang, Schenkel, Gonçalves, Hämmerli; Muntwiler, Winter (90. Pa Modou), Frei, Scarione, Nushi (72. Regazzoni); Abegglen (82. Lavric) .

Bemerkungen: GC ohne Cabanas, Gajic (beide verletzt), St. Gallen ohne Imhof (gesperrt), Calabro (verletzt). 55. Tor von Abegglen wegen Offside-Position annulliert. 65. Pfostenschuss von Abegglen. 76. Gelb-Rot gegen Pavlovic (Foul). Verwarnungen: 58. Pavlovic (Foul), 70. Muntwiler (Foul/gesperrt).

Axpo Super League

(si)

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