Klimawandel: Rücksicht auf Entwicklungsländer gefordert
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KlimawandelRücksicht auf Entwicklungsländer gefordert

Die Hilfswerke Fastenopfer und Brot für alle haben ihre Petition «Gerechtigkeit im Klimawandel» lanciert.

Sie fordern, dass bei der Ausarbeitung des neuen UNO-Klimaabkommens das Recht auf Entwicklung der Menschen im Süden berücksichtigt wird. Die Schweiz soll bis 2020 den CO2-Ausstoss um 40 Prozent verringern.

Die Klimaerwärmung treffe jene am härtesten, die am wenigsten dazu beigetragen hätten: die Armen im Süden der Welt, schreiben die kirchlichen Hilfswerke in einer gemeinsamen Mitteilung. Dürren, Stürme und Überschwemmungen häuften sich und bedrohten das Recht auf Nahrung und somit die Würde der Menschen. Fastenopfer und Brot für alle streben deshalb gemeinsam mit ihren internationalen Partnernetzwerken «ein griffiges, verbindliches neues Klimaabkommen» an. Die Weichen für das neue Abkommen, das die UN-Mitgliedstaaten im kommenden Jahr in Kopenhagen verabschieden, werden an der Klimakonferenz im polnischen Posen diesen Dezember gestellt. In diesem Hinblick lancierten die Hilfswerke ihre Petition «Gerechtigkeit im Klimawandel».

Konkret wird vom Bundesrat gefordert, dass die Schweiz bis 2020 den CO2-Ausstoss im Inland um 40 Prozent verringert und im gleichen Umfang eine CO2-Reduktion im Ausland finanziert. «Jeder Mensch hat ein Recht auf Entwicklung - selbst in Zeiten des Klimawandels», wird Fastenopfer-Direktor Antonio Hautle in der Mitteilung zitiert. «Dieses Recht darf auch nicht unter dem Druck einer Finanzkrise beschnitten werden.» Dabei sollen nur Emissions-Zertifikate erworben werden, die aus ökologischer, wirtschaftlicher und sozialer Sicht nachhaltig sind. Die notwendigen finanziellen Mittel seien zusätzlich und neben den geforderten Gelder für die Entwicklungszusammenarbeit aufzubringen. Für Miges Baumann, bei Brot für alle zuständig für die Entwicklungspolitik, ist klar, dass die Industrieländer in der Pflicht stehen: «Industrieländer können und müssen früher beginnen und mehr CO2 reduzieren als arme Entwicklungsländer», sagte sie.

(dapd)

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