Herisau : «Rücksichtslos und eklig» – Anwohnende entsetzt über Hundehaufen

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Herisau «Rücksichtslos und eklig» – Anwohnende entsetzt über Hundehaufen

In Herisau AR sind Bewohnende entsetzt darüber, dass Hundehalterinnen und -halter Hundekot nicht entsorgen. Betroffen ist vor allem die Oberdorfstrasse.

von
Ammar Jusufi
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In Herisau AR sind Bewohnerinnen und Bewohner über die Vielzahl liegengelassener Hundehaufen entsetzt.

In Herisau AR sind Bewohnerinnen und Bewohner über die Vielzahl liegengelassener Hundehaufen entsetzt.

20min/ Ammar Jusufi
Eine Userin postet auf Facebook ein Schild, das sie gesehen hat. Darauf werden Hundehalterinnen und -halter auf spezielle Weise aufgefordert, die Exkremente ihrer Hunde zu entsorgen. 

Eine Userin postet auf Facebook ein Schild, das sie gesehen hat. Darauf werden Hundehalterinnen und -halter auf spezielle Weise aufgefordert, die Exkremente ihrer Hunde zu entsorgen. 

20min/Ammar Jusufi
«Lust auf Yoga? Dann starten Sie damit sich langsam nach vorne zu beugen und Ihre Hundesch***** aufzuheben. Herzlichen Glückwunsch! Sie haben die Position «Herabschauender Hund» gelernt», steht auf dem Schild in Herisau AR.

«Lust auf Yoga? Dann starten Sie damit sich langsam nach vorne zu beugen und Ihre Hundesch***** aufzuheben. Herzlichen Glückwunsch! Sie haben die Position «Herabschauender Hund» gelernt», steht auf dem Schild in Herisau AR.

Screenshot Facebook

Darum gehts

Eine Bewohnerin in Herisau AR findet es «erschreckend, wie viele Hundehaufen in Herisau herumliegen». Sie postet auf Facebook einen Beitrag von einem Schild, das sie gesehen hat. Ihr Beitrag erregt in der Herisauer Facebook-Community grosses Aufsehen. 

«Lust auf Yoga? Dann starten Sie damit, sich langsam nach vorne zu beugen und Ihre Hundesch***** aufzuheben», steht auf dem Schild geschrieben. Und: «Herzlichen Glückwunsch! Sie haben die Position ‹Herabschauender Hund› gelernt.»

Keine Beziehung zum Tier

«Seit der Pandemie haben sich viele Leute einen Hund angeschafft, die gar keine Beziehung zu einem solchen haben und dazu auch nicht in der Lage sind», schreibt eine Userin. Ein anderer User findet zwar, dass man die Hundehaufen zusammennehmen sollte, aber der Vergleich mit dem «heiligen» Yoga doof sei. «Wie das hier geschrieben ist, ist es ein wenig herablassend gegenüber Yoga. Namaste», schreibt er. 

Immer an derselben Stelle

Eine weitere Bewohnerin in den Kommentaren ist auch entsetzt über die Situation und berichtet gegenüber 20 Minuten. «Ich sehe vor allem an der Oberdorfstrasse immer an derselben Stelle Hundehaufen, die oft tagelang dort liegen», sagt sie. Für diesen Kommentar kriegt sie Zustimmung, denn auch zwei weiteren Usern ist das an der Oberdorfstrasse aufgefallen. «Ist vermutlich alles der gleiche rücksichtslose Mensch. Da müsste man mal eine Kamera aufstellen», so eine Userin. 

Das Problem dabei sei, dass sie einfach mitten auf dem Trottoir herumliegen und sie selbst oft beinahe reingetreten wäre. «Ich habe auch erlebt, dass Leute reingetreten sind und alles über das Trottoir verteilt war.» Sie selbst habe keine Hunde und habe kein Verständnis dafür, dass man die Haufen nicht wegräumt. «Jeder, der einen Hund besitzt, sollte den Anstand haben, die Haufen wegzuräumen. Das ist sehr rücksichtslos und eklig», so die Bewohnerin.  

Keine Busse in Herisau, 100 Franken in Zug

Johannes Wey, Kommunikationsverantwortlicher der Gemeinde Herisau, nimmt bezüglich der Hundehaufen gegenüber 20 Minuten Stellung. «Natürlich gibt es dieses Problem auch in Herisau, aber wir haben nicht das Gefühl, dass es übermässig ist. Die Hundehalterinnen und –halter kümmern sich in den meisten Fällen darum», so Wey. «Wenn man auf so eine originelle Weise die Leute darum bittet, ihre Hundehaufen zu entfernen, ist das nicht schlecht», fügt Wey hinzu. 

Gesetzlich gibt es dazu in Herisau AR keine Regelung, was bedeutet, dass das Liegenlassen von Hundehaufen für den Hundehalter oder die Hundehalterin keine Busse nach sich zieht. Anders sieht das Ganze seit 2015 im Kanton Zug aus. Wer dort die Haufen seines Hundes zurücklässt, kann mit 100 Franken gebüsst werden. 

Weiteres Schild in Romanshorn

Auch in Romanshorn TG sind Hundehaufen ein bekanntes Problem. Ein Facebook-Nutzer postet von dort ein Schild, auf dem sogar gedroht wird: «Irgendwann erwische ich dich! Und dann möchte ich nicht in deiner Haut stecken, weil dann nämlich der Sch***** von deinem Hund und dein Gesicht aufeinandertreffen.»

Bist du schonmal in einen Hundehaufen getreten?

Du weisst von einem Tier in Not?

Hier findest du Hilfe:

Feuerwehr, Tel. 118 (Tierrettung)

Polizei, Tel. 117 (bei Wildtieren)

Tierrettungsdienst, Tel. 044 211 22 22 (bei Notfällen)

Schweizerische Tiermeldezentrale, wenn ein Tier entlaufen/zugelaufen ist

Stiftung für das Tier im Recht, für rechtliche Fragen

GTRD, Grosstier-Rettungsdienst, Tel.  079 700 70 70 (Notruf)

Schweizerische Vogelwarte Sempach, für Fragen zu Wildvögeln, Tel. 041 462 97 00


Tierquälerei:

Meldung beim kantonalen Veterinäramt oder beim Schweizer Tierschutz (anonym möglich)

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